Vier von fünf Mitarbeitern ausgefallen

Erkältungswelle trifft das Rathaus: Nur noch Notfalldienst in einem Sachgebiet

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Die große Grippewelle ist in Soest bislang ausgeblieben. Allerdings werden die Wartezimmer immer voller.

Soest – Am Montagmorgen erreichte die Anzeiger-Redaktion die Pressemitteilung: „Die Abteilung Soziales der Stadt Soest ist aufgrund von zahlreichen Erkrankungen nur sehr eingeschränkt erreichbar.“ Später ruderte Stadt-Sprecher Thorsten Bottin wieder zurück. 

Nicht die Abteilung Soziales sei dermaßen betroffen, sondern ausschließlich das Sachgebiet Asylbewerberleistungsgesetz. Dort fallen vier von fünf Mitarbeitern aus. Hat die Grippewelle schon den Kreis Soest erreicht? Der Anzeiger hat nachgehakt.

„Bei uns haben wir keine erhöhten, grippebedingten Fehlzeiten zu verzeichnen, weder bei den Kindern noch bei den Lehrkräften“, erklärt Bernd Ellersiek, Schulleiter an der Johannes-Grundschule in Soest. Um Infektionskrankheiten vorzubeugen, so Ellersiek, „stehen den Lehrern Spender zur Desinfektion der Hände zur Verfügung.“

Zitrusfrüchte, Sport und viel Schlaf

In der Familienpraxis Soest haben sich die Fälle der Grippepatienten vermehrt. „Das Wartezimmer ist gut gefüllt“, sagt Dr. Sara Schürmann. Viele Patienten leiden unter Gliederschmerzen und hohem Fieber. „Trinken, trinken, trinken“, empfiehlt die Ärztin, aber auch „Zitrusfrüchte, Sport und viel Schlaf“ würden helfen, gar nicht erst zu erkranken.

Im Praxisalltag kommen Ärzte und Angestellte immer wieder in Kontakt mit kranken Menschen, besteht eine erhöhte Gefahr? „Bei uns sind alle fit“, sagt Sara Schürmann. Resistenzen würden sich nicht bilden, deswegen setze man auf eine Vierfachimpfung gegen die Grippe.

„Im Januar sind zehn Fälle gemeldet worden“, erklärt Wilhelm Müschenborn, Sprecher vom Kreis Soest. „Das sind fünf Fälle weniger als im Vorjahr“, so Müschenborn. Allerdings hätten sich die Zahlen im Februar verändert, erklärt der Kreissprecher, ohne konkret werden zu können.

"Arbeit kann aufrechterhalten werden“

Die Ruhr-Lippe GmbH verzeichnet in Soest zur Zeit fünf Krankheitsfälle. 35 Fahrer sind im Bereich Soest tätig. „Das ist noch im normalen Bereich“, sagt Annette Zurmühl vom Busunternehmen. Anette Zurmühl erinnert sich ungern an das letzte Jahr zurück, „da sind wir an unsere Grenzen gestoßen.“ 

Damals sind Verwaltungs- und Werkstattmitarbeiter eingesprungen. „Jeder musste hinters Steuer“, so die Sprecherin der RLG. Sie glaubt, dass die große Grippewelle noch bevorsteht. „Wir empfehlen unseren Mitarbeitern, sich häufig die Hände zu waschen. Eine Impfung ist jedem selbst überlassen.“

Bei der betroffenen Abteilung der Stadt werden nur noch dringende Anträge bearbeitet. Thorsten Bottin hofft, dass sich die Lage in den nächsten Tagen wieder entspannt. „Es ist noch nicht vorgekommen, dass ein komplettes Sachgebiet ausgefallen ist“, sagt er. Im Notfall könnten aber Mitarbeiter aus anderen Sachgebieten einspringen – „die Arbeit kann auf jeden Fall aufrechterhalten werden“, so Bottin. Erfahrungsgemäß ist die Karnevalszeit häufig Auslöser einer Grippewelle.

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