Mitarbeiter wässern was das Zeug hät

Wasser marsch! Bäume haben mächtig Durst

Michael Torz von den KBS füllt Wassersack auf dem Markt
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KBS-Mitarbeiter Michael Torz füllt einen der Wassersäcke, in diesem Fall an einem Baum auf dem Markt, die ihren Inhalt langsam an die Wurzeln abgeben.

Manche mögen‘s heiß. Bäume nicht. Zumindest dann nicht, wenn sie zwar mächtig ins Schwitzen kommen und viel Feuchtigkeit über ihre Blätter abgeben, von unten über das Wurzelwerk aber zu wenig feuchter Ersatz kommt. Wenn Mutter Natur mit Niederschlag geizt, muss der Mensch nachhelfen – so gut es eben geht.

Soest – Auch wenn die Temperaturen jetzt erstmals im Jahr richtig in die Höhe gehen, gilt der Blick von Axel Ruster, Leiter der Soester Kommunalbetriebe (KBS), und seiner Mitarbeiter weniger dem Thermometer als dem mehr oder weniger wolkenlosen blauen Himmel. „Es geht vor allem um die Trockenheit, nicht die Hitze“, stellt er klar, was derzeit für jede Menge Einsatzzeiten sorgt. Denn trotz vereinzelter Regentage zuletzt ist die Feuchtigkeit nicht bis in die tieferen Schichten des Erdreiches eingesickert – also müssen die KBS-Mitarbeiter raus zum Wässern.

Schon seit einigen Tagen werden dafür zwei Fahrzeuge aus dem Fuhrpark, jeweils ausgestattet mit einem 3000-Liter-Fass, auf die Reise geschickt – und zwar durchs gesamte Stadtgebiet, inklusive der Ortsteile. Ein neues Baumkataster ist zwar gerade in der Entwicklung, aber Ruster schätzt aktuell die Zahl der Bäume auf öffentlichem Grund in Soest auf mehr als 20 000.

Rund 3000 davon sind alleine sehr junge Bäume, die besonders durstig sind. „Soweit wir das mit unseren Möglichkeiten einrichten können, wässern wir die mit 100 bis 150 Litern – täglich“, rechnet Ruster vor. Die beiden Tankfahrzeuge sind im Dauereinsatz, drei bis viermal am Tag kommen sie rein, um aufzutanken und wieder loszufahren. „Abhängig von der weiteren Entwicklung, werden wir wahrscheinlich bald in einen Doppelschicht-Modus übergehen müssen“, schwant dem KBS-Chef nichts Gutes.

Denn natürlich ist damit auch verbunden, dass er dafür weitere Mitarbeiter von anderen Aufgaben abziehen muss. Grundsätzlich gilt aber, dass sich Häufigkeit und Umfang des Wässerns an Alter, Art und „individuellem Zustand“ der Bäume orientieren. Und: Sollte auch der Herbst zu trocken werden, würde auch dann noch zusätzlich gewässert.

Eine gewisse Entlastung kommt entweder durch Regengüsse, die man schlecht bestellen kann, oder durch technisches Gerät wie die Kunststoffsäcke, die inzwischen an vielen Stellen im Stadtgebiet zu sehen sind. Sie werden mit Wasser befüllt und geben dann ihren Inhalt nach und nach ans Wurzelwerk der Bäume ab – das reduziert zumindest das Verdunsten des kostbaren Wassers.

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