109 Plätze bei 146 Anmeldungen für 5. Klasse

Spürbare Entlastung der Gesamtschule Soest: Weniger Kinder abgewiesen

Weil es mehr Gesamtschulen im näheren Umkreis gibt, ist die Lage bei den Anmeldungen an der Hannah-Arendt-Gesamtschule entspannter als noch vor einigen Jahren. - Archivfoto: Dahm

Soest - Die Zeiten, an denen die Soester Gesamtschule gut 100 Schüler zurückweisen musste, gehören der Vergangenheit an. 146 Eltern entschieden sich, ihr Kind zur Hannah-Arendt-Gesamtschule zu schicken. 109 Fünftklässler bekamen einen Platz – 37 Kinder mussten abgewiesen werden. Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders: In Spitzenzeiten gab es sogar mal über 200 Anmeldungen, obwohl es Platz nur für 120 Schüler gab.

„Dass es jetzt drei Gesamtschulen in unmittelbarer Nähe gibt, spüren wir deutlich“, erklärt Birgit Rottmayer, Schulleiterin der Hannah-Arendt-Gesamtschule. „Die Lage hier an der Soester Schule ist wesentlich entspannter“, sagt sie. Denn seit kurzem gebe es ein Gesamtschule im benachbarten Bad Sassendorf, ab kommenden Schuljahr ist auch die Lippetaler Gemeinschaftsschule eine offizielle Gesamtschule und auch Lippstadt hat inzwischen seine Gesamtschule.

Statt 120 Schülern werden im kommenden Schuljahr nur noch 109 Fünftklässler angenommen. „Das hängt mit den Inklusionskindern zusammen. Wir haben im kommenden Schuljahr neun Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf“, sagt Birgit Rottmayer.

90 Eltern wollten ihre Kinder zur INI-Gesamtschule in Bad Sassendorf schicken, doch auch hier wurden nur 54 angenommen und 36 abgewiesen.

Parallel zur Gesamtschule lief Anfang Februar auch das Anmeldeverfahren an der Sekundarschule, die im Sommer in ihre zweite Runde geht. „Wir haben unsere Dreizügigkeit wieder erreicht und sind hoch zufrieden“, freute sich Schulleiter Jörg Fitzian. „Unsere Schule ist in Soest gut angenommen worden.“ Doch auch an der Sekundarschule mussten zwischen zehn und zwölf Kinder abgewiesen werden, denn mit 75 Kindern in drei Klassen ist die Kapazität auch an der Sekundarschule erschöpft. „Einige Eltern waren ganz überrascht, als sie hörten, dass an der Hansa-Realschule keine Anmeldungen mehr angenommen wurden, weil die Schule ausläuft“, so Fitzian.

Von 82 Kindern konnte die INI-Gesamtschule in Bad Sassendorf 54 annehmen. „Wie bei anderen Gesamtschulen auch haben wir eine Durchmengung von Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlungen bei unserer Aufnahme“, sagt Schulleiterin Armgard Steinbrück. Sie geht aber davon aus, dass einige Eltern ihre Kinder parallel auch noch an anderen Schulen angemeldet haben.

An der Lippetalschule in Herzfeld, die im Sommer offiziell zur Gesamtschule wird, haben sich 127 Kinder angemeldet, die auch alle einen Platz bekommen werden. „Wir bleiben fünfzügig, das ist kein Problem. Wir mussten niemanden aus Lippetal abweisen“, sagt Schulleiter Erich Zajac.

Was geschieht nun mit den rund 70 Kindern, die rein rechnerisch (von einer Doppelanmeldung mal abgesehen) an den Soester und Sassendorfer Gesamt- und Sekundarschulen abgewiesen worden sind? Weil die Hauptschulen in Soest auslaufen und die Pauli-Hauptschule künftig in der Sekundarschule aufgehen wird, bleibt den abgewiesenen Schülern jetzt nur noch die Wahl zwischen der Christian-Rohlfs-Realschule und einem der drei Gymnasien. Doch was machen die eher schwachen Schüler, die früher zur Hauptschule gegangen wären?

„Die Abgewiesenen müssen dann ersatzweise aufs Gymnasium oder die Christian- Rohlfs-Realschule“, sagt Benno Wollny, Schulexperte der SPD im Rat. Der Andrang an den Gesamtschulen in Soest und Sassendorf wie auch an der Sekundarschule habe gezeigt, dass längeres gemeinsames Lernen ausdrücklicher Elternwille sei. Die SPD arbeite daher mittelfristig weiter an dem Ziel, die Sekundarschule in eine vierzügige Gesamtschule inklusive Oberstufe umzuwandeln. „Nach wie vor fordern wir eine zweite Gesamtschule.“

Damit auch in Sassendorf keine Schüler abgewiesen werden müssen, könne man dort einen dritten Zug einrichten. Wollny: „Da muss man eben manchmal kreativ sein.“

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