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Hockey-Cracks bedauern Sand im Kunstrasen

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Von: Michael Dülberg

 Hockey U16 Maedchen Deutsche Meisterschaften, 1. Hanauer THC - Mannheimer HC
Um den Kunstrasen am Ardey wird getritten. © Patrick Scheiber

Schlussendlich benötige man als Hockeyverein für einen optimalen Trainings- und Spielbetrieb mittelfristig selbstverständlich einen bewässerten Kunstrasen, so kommentiert der Vorstand des Soester Hockey-Clubs die Entscheidung für einen Kunstrasen mit Sandfüllung am Ardey.

Soest – Die Notwendigkeit für einen bewässerten Kunstrasen sei neben weiteren Bereichen wie der Ausbildungsqualität, der Jugendförderung und der Qualität der Seniorenteams eine der fundamentalen Säulen für einen erfolgreichen Hockeyverein. Vize-Vorsitzender Lorenz Fernkorn: „Wir werden weiter am Ball bleiben – insbesondere, wenn es in den kommenden Monaten um die Überarbeitung des Sportentwicklungsplans der Stadt Soest geht. Wir werden als kleiner Breitensportverein unsere großen Wachstumschancen weiterhin beweisen und uns für die Belange einer Randsportart einsetzen.“

Einen vorläufigen Abschluss hatte die Debatte um die Erneuerung des Kunstrasenbelages in einer außerordentlichen Sitzung des Sportausschusses gefunden. Diese Sitzung hatte die BG-Fraktion beantragt. Die Politik war gefordert, über die weiteren Planungen zur Erneuerung des Kunstrasens zu entscheiden. Kunstrasen mit Sandverfüllung für die Fußballer oder Kunstrasen mit Bewässerung, der für die Feldhockey-Spieler zukunftsweisend wäre – das war die Frage. Im Anschluss an eine kurze Diskussion zwischen den Sitzungsteilnehmern wurde die finale Entscheidung gefällt: Der Sportausschuss entschied sich mit 13 zu 2 Stimmen für den Bau eines neuen, sandverfüllten Kunstrasens.

Dieser Kunstrasen werde laut Hockey-Club-Vorstand Lorenz Fernkorn (2. Vorsitzender) deutlich langflooriger als das jetzige System sein und somit eher den Ansprüchen der beteiligten Fußballvereine gerecht werden.

Erstaunlich sei die Grundlage, auf der die Entscheidung getroffen wurde. So seien bereits im Vorhinein, aber auch in der Sitzung selbst, Argumentationen und Debatten ohne das Anführen fundierter Belege, Expertenmeinungen und Erfahrungsberichte geführt worden.

Insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und die ökologischen Aspekte eines bewässerten Kunstrasens wurde laut Laura Conzendorf, Geschäftsführerin des Hockey-Clubs, „unsachlich und ohne Grundlage von Fakten argumentiert“.

Auch die von den betroffenen Fußballvereinen eingebrachte Behauptung einer erhöhten Verletzungsgefahr auf einem bewässerten Rasen hielt sich bis zuletzt aufrecht, obwohl hierfür keine Beweise vorgelegt worden seien.

Zusätzlich wurde deutlich gemacht, dass der bewässerte Kunstrasen für den Fußball untypische Eigenschaften biete. „Eine Erklärung, was die untypischen Eigenschaften im Detail sind, gab es allerdings nicht“, so Lorenz Fernkorn.

Trotz der Gespräche des Hockey-Clubs mit allen beteiligten Fraktionen zur Vorbereitung der Sitzung und der damit verbundenen Einladung zu gemeinsamer Diskussion und Meinungsbildung, der im Übrigen nur wenige Ausschussmitglieder gefolgt seien, blieben viele Parteien bei ihren Bedenken und entschieden laut Conzendorf „ohne umfassende, eigene Recherche über die Verwendung der zur Verfügung stehenden 250 000 Euro.“

Der Fußballsport sei Hauptnutzer der Platzanlage und das werde sich in vielerlei Hinsicht auch niemals ändern, so der allgemeine, unterschwellige Tenor. Diese Meinung teilen die Hockeycracks nicht, da zumindest aktuell in den Sommermonaten eine ausgewogene Nutzungszeit zwischen den Sportarten Hockey und Fußball bestehe.

Zudem sei aufgrund der allgemein angespannten Hallenkapazitäten davon auszugehen, dass zukünftig auch in den Wintermonaten Hockeytraining auf dem Feld durchgeführt werde.

Der erste Vorsitzende Tim Gosewinkel: „Eine faktenbasierte Diskussion auf Augenhöhe mit der Möglichkeit, wertvolle und für alle Seiten einvernehmliche Kompromisse zu erzielen, haben wir vermisst.“ Man werde auch zukünftig weiter darum kämpfen, in der durch Fußball dominierten Soester Sportlandschaft ernst genommen und verstanden zu werden.

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