Stadtteilhaus fördert die Integration im Soester Süden

+
Gemeinsam griffen Politik und Verwaltung zur Schüppe: Das neue Stadtteilzentrum soll im Frühsommer 2021 fertig sein. 

Soest – „Wo ist denn eigentlich der Herr Glormann?“, fragte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Ministerin war in der vergangenen Woche in Soest zuerst an der Wiesenkirche zu Gast, um anschließend beim ersten Spatenstich zum Stadtteilhaus im Soester Süden die Schüppe in die Hand zu nehmen. 

Maik Glormann, der Leiter des Awo-Bewohnerzentrums, hielt sich bei so viel Prominenz gemeinsam mit Elena Schmidt vom Awo-Jugendmigrationsdienst bescheiden im Hintergrund. „Wir freuen uns natürlich riesig über den Neubau des Stadtteilhauses, darauf warten wir seit 15 Jahren. Für die Menschen hier im Viertel ist es ein großer Fortschritt“, betonen die beiden. Meinhard Esser, Leiter der Abteilung Soziales und Jugend, und Tobias Trompeter vom Immobilienmanagement der Stadt, erläutern Sinn und Zweck des neuen Zentrums: „Die großzügigen Räumlichkeiten des Stadtteilhauses soll von den Bürgern, Vereinen, freien Trägern und festen Kooperationspartnern genutzt werden“, sagt Meinhard Esser. Jobcenter und Arbeitsagentur sollen rollierende Büros erhalten, es wird eine große Cafeteria mit Lehrküche entstehen – „vielleicht finden wir ja jemanden, der die Cafeteria täglich betreut“, so Esser – ein großer Veranstaltungssaal für bis zu 150 Gästen ist geplant.

 In der ersten Etage finden das Awo-Bewohnerzentrums und der Awo-Migrationsdienst gemeinsam unter einem Dach Platz. Dort entstehen Büros für die Mitarbeiter, Jugendräume, Medien- und Kreativräume. Im Souterrain, das mit Fenstern ausgestattet ist, sind nochmals Büros, Kreativ-, und Lagerräume. Am 4. November war das alte Awo-Bewohnerzentrum, das marode war, abgerissen worden. 

Hatte die Stadt das Gebäude, das der LEG gehörte, bislang nur gemietet, konnte sie das Grundstück kaufen. Jetzt klafft dort ein riesiges Loch – das bald mit dem Keller des Stadtteilzentrums gefüllt sein wird. Laut Bauplanung soll das neue komplett barrierefreie Stadtteilhaus im Frühsommer 2021 beziehbar sein. 

Es hat Keller und zwei Etagen, eine Nutzfläche von 1063 Quadratmetern und 5130 Kubikmetern umbauten Raum. Inklusive Grundstück und neuer Möbel wird das Stadtteilhaus etwa 3,6 Millionen Euro kosten. 2,8 Millionen sind aus dem Förderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW“ vom Land geflossen. Ministerin Scharrenbach lobte das finanzielle Engagement der Stadt – „sie haben für den Soester Süden sehr viel eigenes Geld in die Hand genommen, das ist im Vergleich zu anderen Städten etwas Besonderes und deshalb unterstützen wir sie gerne.“ 

Sie signalisierte, dass auch in der öffentliche Wohnraumförderung des Landes „noch was drin sei“: „Nach dem Förderbescheid ist vor dem Förderbescheid.“ Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer betonte, wie wichtig das Stadtteilhaus im Sinne der Integration und des friedlichen Zusammenlebens ist. „Eine soziale Stadt kümmert sich um ein soziales Quartier. In Soest leben über 120 Nationen zusammen, viele davon hier im Soester Süden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare