Soests zweiter Wall an der Reihe: Im Sommer soll am Dasselwall alles fertig sein

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Gut verpackt: Philipp Krampe sichert dort, wo bald die Bagger rollen, die Bäume.

Soest – Winter hin, Winter her: Diese Woche werden sowohl der Wall als auch die Gräfte zwischen Jakobi- und Ulrichertor gesperrt, um mit der umfangreichen Sanierung zu beginnen. Man drücke bewusst auf die Tube, heißt es aus dem Rathaus, um das Ziel zu halten: Am 31. Juli soll alles erledigt sein.

Zwei Bau- und Gärtnerfirmen sind bereits angerückt, erläutert Dirk Mackenroth von der Abteilung Straßen und Grün. Vier weitere Fachfirmen werden kommen, wenn es an den Mauerdurchbruch geht. Um den Weg von der Altstadt über die Grüne Hecke durch den Wall bis in die Rosengärten breiter und geschmeidiger für Behinderte, aber auch andere Fußgänger und Radfahrer zu gestalten, wird die Wallmauer aufgebrochen und der Durchgang von heute 1,35 auf 2,10 Meter verbreitert. 

Gerade dies ist umstritten und hatte Ende vergangenen Jahres zu einem Einwohnerantrag geführt. 2600 Soester protestierten per Unterschrift und verlangten eine neuerliche Diskussion über Sinn und Zweck der Wallsanierung. Nachdem der Stadtrat mit Zwei-Drittel-Mehrheit dieser Forderung nicht gefolgt ist, hat die SPD vergangene Woche die Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung nachgelegt: Arnsberg solle die Stadt „zur Ordnung rufen“. Noch gibt es keine Antwort aus Arnsberg. 

Die nächsten Tage versprechen also spannend zu werden: Was passiert zuerst? Werden die Wallmauer aufgebrochen und dazu die vier Linden oberhalb auf der Krone gefällt? Oder legt der Regierungspräsident sein Veto ein? Aufschiebende Wirkung jedenfalls hat die SPD-Aktion nicht. 

Bäume zu fällen, geht auch nicht zu jeder Jahreszeit. Mit Rücksicht auf im Frühjahr brütende Vögel im Geäst muss das Fällen der Bäume bis Ende Februar abgeschlossen sein. Den genauen Termin für das Baumfällen kennt Mackenroth noch nicht, wie er auf Anfrage sagt. Man sei gerade dabei, sämtliche Arbeiten und Abläufe zu koordinieren. Aber selbst wenn der Zeitplan steht, werde man das Baumfällen nicht ankündigen. Störende Protestaktionen würden andernfalls provoziert. 

Stichwort Baumfällen: Im Gegensatz zum ersten Wall zwischen Ulricher- und Grandwegertor, der im vergangenen Jahr hergerichtet worden ist, müssen diesmal keine Bäume an den Aufgängen fallen. Die Rampen seien heute schon halbwegs flach, so dass Veränderungen und somit Eingriffe ins Erdreich und in den Baumbestand nicht erforderlich werden, so die Planer. Oben auf der Wallkrone selber aber werden (neben den vier Linden) für den Mauerdurchbruch) 13 weitere, vorwiegend kranke und mickrige Bäume gefällt und durch 59 junge Bäume ersetzt. 

Die Zahl der Linden am Dasselwall steigt damit per Saldo von heute 87 auf 129. Drei Jahre (!) war immer wieder in den unterschiedlichsten Gremien um die exakte Zahl und das bestmögliche Ergebnis für die Zukunft des Walls gerungen worden. 

Was bei aller Aufregung um die Bäume dabei ein wenig in den Hintergrund geriet: Die historische Stadtmauer wird grundlegend saniert. Zerbröselte Steine, klaffende Fugen, aus denen Efeu sprießt, fehlende Abschlüsse auf der Krone, durch die Regen und Frost eindringen – all dies wird fachmännisch korrigiert. Die Wege oben auf dem Wall und unten in der Gräfte werden in etwa das Bild bekommen, wie es heute schon auf dem restaurierten Nachbarwall zu sehen ist.

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