Soests Wälle sollen zu schöner Promenade verschmelzen

Sparziegänger und Radfahrer könnten hier künftig Vorfahrt haben. Der Weg vom Wall und aus der Gräfte zieht sich promenadenmäßig von einem Wall zum anderen und wird so zu einem grünen Band.

SOEST - Stadtbildprägend sind die Soester Wälle schon heute. Doch sie könnten zu einer besonderen Zierde werden, wenn möglichst viele Ideen und Vorschläge aus dem Wallentwicklungskonzept umgesetzt werden. Essener Landschaftsarchitekten haben Ist und Soll auf mehr als hundert Seiten zusammengetragen; nächste Woche sichtet und bewertet die Politik das erste Mal das Wall-Paket.

Der wohl markanteste Vorschlag: Die sechs Wälle enden nicht stumpf an den Querstraßen, die sie heute durchtrennen. Vielmehr könnten die gesamten Kreuzungen so umgebaut werden, dass der Fußweg durch die Gräfte und vom Wall aus über die Querstraßen fortgeführt wird und sich der Eindruck bietet: Hier zieht sich eine lange Promenade rund um die Soester Altstadt wie aus einem Guss und ohne nötige Unterbrechungen.

Präsentation

Eine ausführliche Präsentation des Wallkonzepts ist für Donnerstag, 11. Juni, um 18.30 Uhr im Blauen Saal des Rathauses vorgesehen.

Aufmerksamkeitsfeld nennen die Essener Landschaftsarchitekten die dadurch entstehenden Plätze zwischen den einzelnen Wällen. Durch einheitliche Bodenbeläge, Grünstreifen und Linien über die Querstraßen hinweg führt der Rundweg von einem Wall zum anderen: Vorfahrt für Fußgänger und Radfahrer inklusive.Besonders eindrucksvoll könnte das an den Enden der heutigen sechs Wälle aussehen: Am Brüdertor und am Osthofentor.

Durch kräftige Aus- und Umbauten könnte die Wallpromenade stilistisch weitergeführt werden und so den Altstadtring komplettieren. Bekanntlich hatte es den historisch schon gegeben. Erst als vor über 100 Jahren die Eisenbahn kam, wurde der Wallring im Norden auf- und weggerissen.

Eine breite Diskussion in den kommenden Monaten dürften die höchst kontroversen Vorschläge für die Linden auslösen. Die Planer erwähnen zunächst, dass die Bäume auf den schmalen Wallkronen denkbar ungünstige Lebensbedingungen vorfinden. Die nächsten 30 Jahre dürfte nur die Hälfte von ihnen überleben. Sodann spielen die Entwickler alle Varianten durch: Konsequentes Nachpflanzen, eine Baumreihe nur auf der Straßenseite und: Überhaupt keine Bäume mehr auf dem Wall.

Weitaus „pflegeleichter“ für die öffentliche Debatte dürften Vorschläge wie diese ausfallen:

– Weg mit den einengenden (Park-)Plätzen am Immermannwall oder am Osthofentor (ehemaliger Getränkehandel);

– mehr Licht an den Querverbindungen und Walldurchbrüchen sowie an markanten Türmen oder Bäumen; aber keine durchgehende Beleuchtung der Gräften („Dunkelheit als rares Gut“);

– weg mit dem Efeu an den Wallmauern;

– attraktivere Spielorte und -plätze in den Gräften;

– Aufwertung des Torcharakters.

Keine Angaben enthält das Konzept zu den Kosten. Doch die dürften immens sein. Deshalb ist geplant, die Um- und Ausbauarbeiten am Wall auf zehn Jahre zu strecken. Zudem stehen Gespräche mit dem Land aus; die Soester hoffen, 80 Prozent der Ausgaben aus dem Städtebauförderungsprogramm erstattet zu bekommen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare