Das Soester Wippen auf dem Trafohäuschen - und der Scharfrichter bei den Malern

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Auf dem Trafohäuschen vor der Bücherei ist nun das Strafwippen zu sehen.

Soest – Die Trafo-Häuschen-Szenen entwickeln sich zum Renner: Jetzt ist Nummer Sechs fertig, der Stromkasten vor der Stadtbücherei am Großen Teich. Was lag da näher, als ihn mit der berühmten Wipp-Geschichte zu bemalen.

Der Scharfrichter links im Bild ist dem langjährigen Soester Scharfrichter Burkhard Schnettler wie aus dem Gesicht geschnitten. Kein Wunder. Die beiden Berliner Künstler Benjamin Braune und Lino Meyer, die sich für ihre Werke stets vom Auftraggeber (Stadtwerke) mit vielen Fotos und Geschichten briefen lassen, hatten es diesmal besonders einfach:

Kaum war Schnettlers Konterfei halbwegs auf dem Trafokasten, schaltete sich eine aufmerksame Nachbarin ein: „Das ist doch Burkhard Schnettler!“ Damit nicht genug. Die Soesterin griff auch gleich zum Telefon und bestellte das Original an den Tatort.

Schnettler zögerte keine Sekunde, nahm noch eine Flasche seines „Wildwipper“-Schnaps mit und stieß mit den beiden Malern an, die ihn da gerade für die Ewigkeit festhielten. „Das war total rührend“, erzählt Braune.Schnettler zögerte keine Sekunde, nahm noch eine Flasche seines „Wildwipper“-Schnaps mit und stieß mit den beiden Malern an, die ihn da gerade für die Ewigkeit festhielten. „Das war total rührend“, erzählt Braune.Die Arbeit hier bereite ihm stets große Freude – und umgekehrt: Die Bilder auf den vormals tristen Stromkästen sind zum Lieblingsobjekt vieler Soester geworden.

Schon mal (wieder) in Soest, nahmen sich die beiden Maler noch den von Sprayern ramponierten Stromkasten an der Briloner Straße mit dem Kiosk-Motiv vor. Besonders schwer sei es nicht gewesen, die Schmierereien abzubekommen, sagen sie: „Wir kennen die Farbe, die die Typen benutzen.“

Damit Schmierer den Spaß an den Trafohäuschen verlieren, werden die Werke der Berliner künftig mit einem Schutzlack gesichert. Frische Kritzeleien lassen sich so ratzfatz abwaschen.

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