Soester Wall-Sanierung: Jetzt kommen die Straßen und Plätze zwischen den Gräften an die Reihe

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Sicher ist sicher. Heute hilft eine Mittelinsel Radlern und Fußgängern beim Gräften-Übergang am Grandwegertor. Doch die fällt weg.

Soest – Nicht nur die Soester Wälle und Gräften sollen runderneuert werden, sondern auch die kleinen Plätze dazwischen. Losgehen soll es im Herbst 2020 mit dem Grandwegertor. Mehr als zwei Stunden hat sich jetzt der Wall-Beirat Zeit genommen, sich die Entwürfe gründlich anzusehen und zu erörtern.

Die ausladende Kreuzung auf der Niederbergheimer Straße Ecke Brunowall, vor allem aber die Einfahrt in die Stadt in Richtung Grandweg – all dies soll „schlanker“ werden, so der von der Stadt für die Wall-Sanierung beauftragte Landschaftsarchitekt Carsten Paul. 

Trichterförmig soll der Autoverkehr auf den Übergang zwischen den beiden Wällen zulaufen. Dieser Bereich direkt an den Eingängen zu den Gräften und den Aufgängen zu den Wällen soll optisch schon durch hellen Belag markiert und durch dunkle Seitenlinien in Form von gusseisernen Regenrinnen begrenzt sein. Auf diesem Stück soll es keine Linien für die eigentlichen Fahrspuren geben. 

Der Gedanke und die Hoffnung dahinter: Durch die schmaler werdende Fahrbahn würden Autofahrer viel eher Tempo 30 beherzigen, das dort heute schon gilt. Eike Ehrig, der Sprecher des Wall-Beirats, kann mit der „Suggestion vom Platz“ nicht viel anfangen, „es bleibt ein Verkehrsraum“. 

Zuhörer bemängelten zudem, die heutige Mittelinsel sei nicht „aus Jux und Dollerei“ dort gebaut worden, sie diene der Sicherheit der Fußgänger. Prof. Birgit Hartz, die für Fragen der Verkehrssicherheit im Beirat mitwirkt, hält die Trichterform für durchaus gelungen. So komme das Tempo an dieser Stelle raus. Hartz machte den Planer auf ein paar kleinere Mängel im Entwurf aufmerksam: Etwa die dicke weiße Linie, die den kleinen Platz von der Straße davor trennen soll, oder die fehlende Barrierefreiheit. 

Weil es keine fühlbaren Markierungen für Blinde gibt, müssten die bei der Gräften-Passage den Umweg über die Ampel-Kreuzung weiter stadtauswärts nehmen. Von den drei Bäumen, die den Gräften-Übergang rahmen könnten, rät der Beirat ab. Wegen der vielen Kabel- und Kanalschächte an dieser Stelle hätten die eh keine Chance. Zur Markierung könnten Laternen dienen.

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