Bluttat mit Messer

Soester sticht Ehefrau ins Herz: So lautet die Anklage gegen ihn

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Soest – Wegen versuchten Totschlags wird die Staatsanwaltschaft Arnsberg den 32-jährigen Soester anklagen, der Mitte Juni seine Frau mit Stichen ins Herz und in die Leber lebensgefährlich verletzt hat. Das hat Staatsanwalt Thomas Schmelzer gegenüber dem Anzeiger mitgeteilt.

Die Ermittlungen seien so gut wie abgeschlossen. Die 28-jährige Soesterin hat zum Glück überlebt und hält sich heute in Norddeutschland auf. Ärzte hatten sie nach einer Wiederbelebung und mit einer Notoperation damals retten können. 

Weder die Frau noch ihr Mann haben sich nach Auskunft Schmelzers zu der Bluttat geäußert. Dennoch ergibt sich für Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen ein klares Bild, was am Morgen des 18. Juni in dem Mehrfamilienhaus am Kunibertweg in der englischen Siedlung passiert ist. 

Ein Streit unter den Eheleuten eskalierte. Mit dabei: Die vier minderjährigen Kinder des Paars. Ein Kind soll nach Angaben der Ermittler zu einer Nachbarin geeilt sein und von dem grauenhaften Geschehen bei sich in der Wohnung berichtet haben. Mit mehreren Messerstichen hatte der 32-Jährige seine Ehefrau niedergestreckt. 

Die lautstarke Auseinandersetzung bekamen auch andere Bewohner im Haus mit und riefen die Polizei. 

„Gott-ist-groß“-Rufe 

Als die erste Streife im Soester Süden eintraf, stand der Tatverdächtige bereits auf der Straße. Er war zuvor über den Balkon die anderthalb Meter bis in den Vorgarten runtergesprungen und hatte offenbar auf die Polizei gewartet. 

Kooperativ aber war er keineswegs, schilderten die Ermittler im Juni. Der blutverschmierte Mann habe „ganz erheblichen Widerstand“ bei seiner Festnahme und bei der folgenden Blutentnahme geleistet. Ein Nachbar hatte mit seinem Smartphone die Szene gefilmt: Zwei Polizeibeamte benötigten in dem Kampf ein, zwei Minuten, bis sie den Tatverdächtigen unter Kontrolle und gefesselt hatten. 

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Soesterin nach Messerattacke noch immer nicht vernehmungsfähig

Der Mann schrie – auch dies ist auf dem Video zu hören – immer wieder „Allahu Akbar“ – Gott ist groß. Seit seiner Festnahme sitzt der 32-Jährige in Untersuchungshaft. Weil er offenbar drogenabhängig ist und auch zur Tatzeit womöglich seine Sinne nicht vollständig unter Kontrolle hatte, könnte seine Schuldfähigkeit eingeschränkt sein.

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