Frankfurter Buchmesse wirkt bis in Soester Stadtbücherei

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Bücherei-Mitarbeiterin Barbara Beine zeigt, dass 

Soest -  Am Sonntagabend, 20. Oktober, ist in Frankfurt die 71. Buchmesse mit der Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den Fotografen Sebastião Salgado zu Ende gegangen. Die weltgrößte Buchmesse hat Wirkungen auf die Stadtbücherei in Soest. 

Die fünf Tage in der Mainmetropole sind mehr als jede andere Warenschau weltweit ein internationales Ereignis, das vergangenes Jahr mehr als 280 000 Besucher anzog (59 Prozent Fachbesucher). Doch kann die Messe im fernen Frankfurt Einflüsse auf die kleine Stadtbücherei in Soest haben? „Aber sicher!“, sagt Bücherei-Leiterin Alexandra Eckel. 

Jedes medial inszenierte Ereignis der Branche wirke sich aus – seien es Neuerscheinungen auf den Buchmessen, Besprechungen in Zeitungen, TV oder Radio oder wichtige Auszeichnungen wie der Nobelpreis oder der jetzt verliehene Deutsche Buchpreis an Sasa Stanisiç. 

„Solche Berichte bewirken auf jeden Fall eine Belebung des Marktes“, sagt Alexandra Eckel. Die Leser fragen nach. Ereignisse wie die Buchmesse rücken Literatur in den Blickpunkt, die wenig bekannt sei. Die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei wissen das und kennen auch die Nachfrage, die regelmäßig nach der Buchmesse einsetzt. Alexandra Eckel sagt: „Wir versuchen, uns vorab so umfassend wie möglich in der Verlagspresse zu informieren und wappnen uns entsprechend.“ 

Die Longlist zum Deutschen Buchpreis beziehen die Bibliothekare in ihre Überlegungen ein. Alle Bücher, die darauf stehen, spielen eine große Rolle und werden nachgefragt, auch wenn sie keine Preise gewinnen. 75 bis 85 Prozent der Medien bezieht die Soester Stadtbücherei über einen Großhändler, der viele Stadtbüchereien bedient. Darüberhinaus versucht die Bücherei auf aktuelle Ereignisse zu reagieren und die Medien zu beziehen, die aktuell stark nachgefragt werden. 

Norwegen, das Gastland der Buchmesse, sei ohnehin im Trend, sagt Alexandra Eckel, allein schon durch die vielen Skandinavien-Krimis. Sie liegen in der Soester Bücherei reichlich vor. Auch auf das jüngste Medieneereignis der Branche können die Soester Bibliothekarinnen reagieren: „Von Peter Handke haben wir einiges da.“ Alexandra Eckel informiert sich selber in den Veröffentlichungen der Fachbranche und kann Antworten geben, wenn sie als Büchereileiterin gefragt werde: „Und was halten Sie davon?“ Auf der Frankfurter Buchmesse sei sie selber schon lange nicht mehr gewesen, berichtet sie: „Es ist einfach zu voll und anstrengend “, selbst an den Tagen für die Fachleute. 

Sie und ihre Kolleginnen fahren lieber alle drei Jahre im März nach Leipzig. Dann findet parallel zu dieser kleineren Buchmesse der Deutsche Bibliothekentag statt. „Dort trifft man viele Kollegen und kann über Fachfragen sprechen“, sagt Büchereileiterin Eckel.  Außerdem befindet sich – gleich nebenan – die Manga-Comic-Con, ein ebenso unterhaltsames wie informatives Ereignis, das Anfang diesen Jahres mehr als 100 000 Besucher in seinen Bann

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