Soester Sekundarschule: Erst ein Wagnis, jetzt ein Selbstläufer, der weiter wächst

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Jedes Jahr eine Handvoll neuer Kollegen: Jörg Fitzian hat 2015 die Sekundarschule aufgebaut. Bis 2020 kommen immer neue Klassen hinzu; danach dürften hier gut 600 Mädchen und Jungen lernen.

Soest - Aus dem Wagnis ist  eine kleine Erfolgsgeschichte geworden. Vor drei Jahren war nicht sicher, ob die neue Sekundarschule die nötigen 75 Kinder für die ersten drei Klassen anlocken würde. Doch sie kamen, und seither kommen noch viel mehr.

Bereits im vergangenen Sommer musste die vierte Eingangsklasse (5. Schuljahr) angedockt werden, in diesem Sommer sieht es genauso aus. Und das sind alles keine Einmaleffekte, heißt es in der von der Stadt beauftragten Studie zur Soester Schulentwicklung bis 2025. 

Die Zahlen, so das auf Bildungsfragen spezialisierte Kölner Beratungsbüro Thomaßen Consult, machen „deutlich, dass die Sekundarschule das Schulangebot in Soest sinnvoll ergänzt“. 

Das verblüfft kaum. Denn die Schule nimmt ähnlich wie die Gesamtschule alle Mädchen und Jungen auf – ganz egal, ob sie in der Grundschule eine Empfehlung für die Haupt-, Realschule oder fürs Gymnasium bekommen haben. Potenzial entsteht schon deshalb, weil mit dem Aufbau der Sekundarschule die zweite Soester Realschule (Hansa) und die letzte der einst drei örtlichen Hauptschulen auslaufen und demnächst ihren Betrieb komplett einstellen. 

Die beiden Schulgebäude der Hansa-Real- und der Pauli-Hauptschule dienen der neuen, wachsenden Sekundarschule; im Realschulgebäude wird Etage für Etage, Jahr für Jahr saniert und für die Sekundarschule umgebaut, die nicht zuletzt als Ganztagsschule mehr Zimmer benötigt. 

Zusammen mit den vier Klassen (pro Jahrgangsstufe) an der Gesamtschule und den vier Klassen an der Sekundarschule bietet Soest örtlichen wie auswärtigen Kindern acht Klassen, die zum einen gemeinsames Lernen und eben Ganztagsbetrieb bieten. Soest könne „stolz“ sein auf dieses Angebot, kommentierte Bernhard Michel im Schulausschuss, der jetzt förmlich die Aufstockung der Sekundarschule von drei auf vier Züge in die Wege geleitet hat. 

Die Sekundarschule wird in den kommenden Jahren zudem wie nahezu alle anderen Soester Schulen noch einen weiteren Trend spüren und „verarbeiten“ müssen: Die Stadt wächst und mit ihr die Schülerzahl – wir berichteten. Neue Baugebiete und Flüchtlingszuzug prägen die Entwicklung. 

Und da wäre noch eine Konstante: Nicht jedes Kind, das zunächst einmal nach der Grundschule sein Glück auf einem Gymnasium oder der Realschule versucht, besteht hier. Nach der Erprobungsstufe (fünftes und sechstes Schuljahr) verlassen Kinder die Schule. Weil es keine Hauptschulen mehr gibt und die Gesamtschule ohnehin am Rand ihrer Kapazitäten fährt, bleibt in Soest für diese Wechsler gleichsam nur die Sekundar. 

Die Schule, das zeigt die Untersuchung, wird also „dauerhaft vierzügig“ sein und mindestens 600 Kinder unterrichten. Der Platz an den beiden auslaufenden Schulen (Pauli und Hansa) dürfte reichen. Handlungsbedarf (An- oder Ausbau) besteht nicht, so das Kölner Büro.

 „Scheinbare Überkapazitäten“ würden sich aber schnell relativieren. Denn die beiden Standorte dies- und jenseits des Lübecker Rings liegen per Luftlinie zwar nur 200 Meter entfernt. Doch zum Pendeln zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden sei das eben zu viel, sodass bestimmte Fachräume an beiden Standorten vorgehalten werden.

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