Soester Schulausschuss vertagt Entscheidung, ob Realschule einen Hauptschul-Zweig bekommt

Niggemeier

Soest – Glück gehabt. Dem Schulausschuss ist eine knifflige Entscheidung erspart worden. Eigentlich sollte er jetzt klären, ob für die Schulwechsler ein neuer Zweig an der Christian-Rohlfs-Reaschule eingerichtet wird. Eltern und Lehrer dort wehren sich nach Kräften dagegen.

Da die Schülerzahlen in den nächsten zwei Jahren vorübergehend sinken, konnte die Sache vertagt werden.

Die Grünen hatten im Sommer den Stein ins Rollen gebracht und beklagt, für so manchen Schüler, der in der Erprobungsstufe auf dem Gymnasium oder der Realschule nicht klarkommt, sei der Weg zu einer Soester Gemeinschaftsschule (randvoll) oder Hauptschule (inzwischen abgeschafft) versperrt. 

Der Anzeiger hatte über den Fall eines Mädchens berichtet, das die Realschule verlassen musste und das schließlich auswärts in der Möhneseeschule in Körbecke aufgenommen wurde. Danach hatte das Schulamt den Vorschlag ins Spiel gebracht, an der Soester Realschule einen Hauptschulzweig anzudocken – und war damit auf erhebliche Widerstände gestoßen. 

Im Schulausschuss verlas jetzt Schulpflegschaftsvorsitzende Sandra Schumacher eine lange Erklärung, die keinen Zweifel daran lässt, wie wenig man in der Realschule von einem Hauptschul-Zweig hält: „Enorme Unruhe“ habe es gegeben, der „bislang exzellente Ruf“ der Schule könnte leiden, im gemeinsamen Unterricht in der Klasse 5 könnte die Anwesenheit potenzieller Hauptschüler zu „Frustration bei den stärkeren Schülern“ führen. Die Mutter fragte zudem, ob die Soester Gemeinschaftsschulen (Gesamt und Sekundar) genügend darauf achteten, bei den Anmeldungen die „Soester Kinder zu bevorzugen“. 

An dem Punkt hakte Beigeordneter Peter Wapelhorst ein: Eine solche Bevorzugung lasse das Schulgesetz gar nicht zu. Jedem Kind stehe das Recht zu, die nächstgelegene Schule seiner Wahl zu besuchen. Wapelhorst konnte in dem sich abzeichnenden Konflikt schließlich Entwarnung geben: Es zeichne sich gerade ab, dass in den kommenden Jahren weniger Grundschüler in Soest nach Klasse 4 zu den weiterführenden Schulen gehen. Somit bestehe die Chance, auch potenzielle Schulwechsler nach der Erprobungsstufe (5. und 6. Schuljahr) ortsnah versorgen zu können. 

Für die CDU erklärte André Hänsch, man teile die Sorgen der Realschule und wolle weder Veränderung noch Unruhe. Anne Richter von den Grünen hingegen sprach der Stadt Soest das Recht ab, Schulwechsler auf eine „Odyssee“ in die Nachbarorte zu schicken: „Ich will das nie wieder in der Zeitung lesen.“

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