Fridays for future

Vorabiklausuren und Demonstration kollidieren - das ist die Lösung in Soest

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Gegen Braunkohle und Erderwärmung demonstrieren am morgigen Freitag Soester Schüler. Diesmal aber nicht am Vormittag, sondern erst ab 13.30 Uhr.

Soest – Vorabiklausuren oder Demonstrieren für die Umwelt? Weil am Freitag auch in vielen Soester Schulen Arbeiten fürs Abitur geschrieben werden, stand die Soester „Fridays for future“-Gruppe vor einer schwierigen Entscheidung – und verwandelte den geplanten Schüler-Streik kurzerhand in eine Schüler-Demo. Die findet nun nicht am Vormittag, sondern erst ab 13.30 Uhr statt.

„Wir haben das mit Rücksicht auf die Klausuren gemacht“, erklärt Noura Hammouda vom Organisations-Team. So könnten interessierte Schüler gleichzeitig Punkte fürs Abi sammeln und sich für die Umwelt engagieren. 

Klimaziele stehen im Fokus 

Im Zentrum der Demo steht nach Angaben der Gruppe „die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels als maximale Erderwärmung“. Um darauf aufmerksam zu machen, gibt es an diesem Tag in vielen Ländern und Städten – und eben auch in Soest – eine öffentliche Kundgebung. „Kleinere Sachen wie Fahrrad fahren oder den eigenen Energieverbrauch reduzieren können wir alleine machen“, sagt Jonna Biermann. Die Achtklässlerin ist ebenfalls Mitglied der Soester „Fridays for future“-Gruppe, meint: „Für die großen Sachen wie das Abschalten der Braunkohlekraftwerke brauchen wir die Hilfe der Regierungen. Das steht nicht in unserer Macht.“ Und deshalb wolle man eben auch in Soest aufmerksam machen auf die Wünsche und Hoffnungen der Schüler.

200 Teilnehmer sind für die inzwischen dritte Demo angemeldet. Die startet auf dem Soester Marktplatz und zieht eine Runde am Großen Teich entlang in Richtung Bahnhof und wieder zurück. Anschließend gibt es Ansprachen von Sprechern der „Jungen Linken“ und der „Grünen“. Auch Schüler sollen zu Wort kommen. 

Ebenfalls geplant: Eine Rede des Soester Meeresbiologen Udo Engelhardt. Der hat gerade die Initiative „scientists for future“ mitbegründet und plant zudem die Etablierung eines „Klimatreffs“ in Soest.

Über die Unterstützung von Seiten der Wissenschaft freut sich Noura Hammouda. „Jeder darf kommen und mitmachen“, meint sie. Und: „Das darf auf die ganze Gesellschaft übergehen.“ Am Freitagnachmittag soll es nach Angaben von Hammouda noch etwas ganz Besonderes geben: einen „die in“. „Dabei legen wir uns alle auf den Boden und tun so, als ob wir sterben“, verrät sie. Das finde allerdings nur statt, wenn das Wetter mitspiele. Auch das also eine Frage des Klimas.

Wie es weitergeht mit der Soester „Fridays for future“-Gruppe? Im April wollen die Aktivisten an einem „Earth strike“ teilnehmen. Dann wird weltweit zu einem Streik fürs Klima aufgerufen. Zudem soll es weiter Streiks und Demos geben. Jonna Biermann: „Beim nächsten Mal wollen wir uns Aktionen überlegen, mit denen wir hier vor Ort ganz konkret für ein besseres Klima sorgen können.“

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