Eröffnung

Rosengarten: Neuer Park als Sommergeschenk

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Leuchtende Farben im Wechselflor

Die Anlage wurde mit großem Aufwand herausgeputzt, ein Besuch lohnt sich. Aber: Diebe haben schon jetzt zugeschlagen. 

Soest – Vielleicht ist es das Geschenk in diesem Sommer für alle, die es in den Ferien wegen Corona nicht in die weite Welt schaffen. Der „neue“ Rosengarten am Dasselwall ist fertig und ab sofort nach einem fünfmonatigem Umbau wieder geöffnet. Der Spaziergang, besser noch: das Verweilen hier lohnen sich.

Was ist neu?

Die Wege (aus festem Sand-/Kies-Gemisch), die Plattenränder aus Naturstein, die die Furten, Beete und Rasenflächen klar abgrenzen, ordnen und später den Gärtern die Pflege erleichtern, der Hochzeitshain unter den ebenso schattigen wie markanten Zierkirschen, der „angehoben“ worden ist, damit auch Rollis und Kinderwagen glatt durchkommen, die Beleuchtung auf dem Durchstich vom Wall zur Stadthalle, die über 30 Bänke, die auf kleinen Pflasterflächen postiert worden sind.

3500 Stauden, Gräser, Rosen und Rhododenren und vier neue Bäume haben die Gärtner hier gepflanzt; die bis dato vorhandenen Bäume und großen Sträucher sind erhalten worden. Wie auch das Grundkonzept: Die Einteilung des kleinen Parks zwischen Gräfte und Dasselwall, die Wegeführung. Die Besonderheit: Das große Blumenbeet vor dem Springbrunnen hat einen sogenannten Wechselflor bekommen. Mehrmals im Jahr tauschen die Gärtner Blumen und Stauden aus und setzen so die aktuellen Blüher in Szene.

Blick auf die neu gestalteten Wege


Das alte Springbrunnen-Rondell samt Technik war absolut „oppe“ und nicht mehr zu flicken. Deshalb ist es komplett weggerissen und durch eine neue Anlage mit exakt den alten Maßen ersetzt worden. Eine große Düse mittendrin sorgt für die höchsten Fontänen; am Beckenrand sind (neu) 16 zusätzliche Spritzer montiert worden. Nebenan und in der Erde vergraben, findet sich in der Größe einer Autogarage die Technik: Pumpen und der Vorratstank, damit das Wasser immer wieder neu zirkulieren kann und nicht ständig Frischwasser benötigt wird.

Die Steuertechnik für die Springbrunnen-Anlage beschert unterschiedlichste Wasserspiele und Bilder. Nach längerer Debatte hatte die Soester Politik auf einen weiteren Gimmick verzichtet: Nebelmaschinen, die Wolken produzieren und abends farblich illuminiert werden sollten. Die Sorge war: Autofahrer auf dem Dasselwall könnten zu stark abgelenkt werden und aus der Spur geraten.

Was kostet das alles?

Allein in den neuen Rosengarten sind mehr als eine Dreiviertel Million Euro gesteckt worden. Rechnet man die Kosten für die Sanierung der benachbarten Gräfte hinzu, belaufen sich die Ausgaben auf 1,2 Millionen Euro. Das alles gehört zu dem über 20 Millionen Euro schweren und vom Land geförderten Wallkonzept, mit dem peu à peu alle sechs Wallanlagen samt der Gräften auf Vordermann gebracht werden. In dem parallel verlaufenden Ulrich-Jakobi-Wall klafft noch eine Lücke. Der verbreiterte Durchstich aus der Altstadt in die Gräfte und zu den Rosengärten muss erst noch zu Ende gemauert werden. Deshalb bleibt der ansonsten ebenfalls rundum sanierte und mit neuen Linden aufgefüllte Wallkronenweg noch ein paar Wochen gesperrt.

Die Soester werden erst an diesem Wochenende ihren Rosengarten zurückerhalten und beurteilen können. Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und und ein paar Ratskollegen haben bereits vorab die Anlage inspiziert und freigegeben. „Es ist super gelungen“, findet der Rathaus-Chef und zeigt sich erfreut, dass die Sanierung der neuen Rosengärten nicht ansatzweise die „hochemotionale“ Debatte ausgelöst haben, wie sie Soest bei den Wallkronen und den Bäumen erlebt habe.

Garten oder Gärten?

Sprachlich geht das selbst unter Fachleuten ständig durcheinander. Kein Wunder: Der Rosengarten ist im Prinzip in drei Abschnitte oder Gärten eingeteilt. Noch besser: Am Anfang war es nicht der Rosengarten, sondern der Dahliengarten. Dirk Elbert vom Stadtarchiv verweist auf einen Verwaltungsbericht aus dem Jahr 1962, als beschlossen wurde, die große Lücke zwischen dem Rosengarten (an der Reitbahn) und dem Robinson-Spielplatz am Jakobitor mit „dem Dahliengarten“ zu füllen.

Kaum zu glauben, aber leider wahr: Trotz der Zäune rings um die Baustelle waren bereits die ersten Diebe und Ganoven da und haben nicht nur frische Stauden ausgegraben, sondern auch die Holzplanken von den neuen Bänken geschraubt und mitgenommen. Das lässt wohl nur den Schluss zu, dass sie wirklich nicht alle Latten am Zaun haben.

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