Neue Foodsharing-Station in der Fachhochschule in Soest

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An der neuen Station (von links): Elisabeth Neukirchen, Anna Mertens (FH) und Petra Sander-Lammers.

Soest. Das Regal ist gut gefüllt: Obst und Gemüse liegen dort zum Mitnehmen, aber auch Schokolade und Sprühsahne. Wer etwas haben möchte, bedient sich, nimmt es mit und zahlt keinen Cent dafür. Die Soester Foodsharer retten immer mehr gute Lebensmittel. Jetzt steht auch ein öffentlicher „Fair-Teiler“ im Gebäude 6 der Fachhochschule (FH) am Lübecker Ring. 

Botschafterin Petra Sander-Lammers und die Betriebsverantwortliche Elisabeth Neukirchen ermuntern dazu, zuzugreifen und einzupacken, was man gebrauchen kann. Sie wollen nicht, dass gutes, noch genießbares Essen in der Tonne landet. 

Der feste Kern der Ehrenamtlichen macht sich die Woche über jeden Tag auf den Weg, um die Fächer zu sichten und neu zu bestücken. Sie räumen ein, was sie zuvor sortiert und abgeholt haben. Wer sieht, was sie von ihren regelmäßigen Touren mitbringen, staunt über die Mengen noch einwandfreier Ware, die nicht verkauft werden kann. Das Anliegen der Foodsharer lautet: „Verteilen statt vernichten.“

 Sie wenden sich ausdrücklich nicht nur an Menschen mit geringem Einkommen. Wichtig sei ihnen, so Petra Sander-Lammers und Elisabeth Neukirchen, ein Zeichen gegen die immense Lebensmittel-Verschwendung und für eine sinnvolle Verwendung zu setzen. Deshalb sammeln sie ein, was anderswo übrig bleibt, aber noch ohne Bedenken für den Verzehr geeignet ist. Dass Nahrung weggeschmissen wird, betrachten sie als unhaltbaren Zustand. 

Auch am Kulturhaus „Alter Schlachthof“ gibt es eine Station. „Und die hat sich inzwischen zum Treffpunkt entwickelt“, schildert Elisabeth Neukirchen. Man kennt sich, und man sieht sich! „Meistens werden wir schon erwartet“, berichtet Petra Sander-Lammers. Sie erzählt von Besuchern, die Rezepte austauschen, kleine Handreichungen übernehmen und, bevor sie ein Teil nehmen, fragen, ob das vielleicht jemand anders haben möchte. Schön sei es immer wieder, ein herzliches Danke für alle Mühe zu hören.

 „Es läuft, und es wächst.“ So lautet das erste Fazit nach einem Jahr Foodsharing in Soest. 

Petra Sander-Lammers und Elisabeth Neukirchen äußerten gestern aber auch einen Wunsch: Sie fänden es toll, einen Standort mitten in der Innenstadt zu bekommen, denn nicht jedem sei es möglich, den Weg zum Ulrichertor oder zum Ring zurückzulegen. Das Angebot in der FH steht allen zur Verfügung, die zuhause aus dem täglich wechselnden Sortiment etwas Leckeres kochen, in einen knackigen Äpfel beißen oder sich eine saftige Orange schmecken lassen möchten.

Informationen für Mitmacher

Wer sich über die Initiative informieren möchte, findet Näheres im Internet unter foodsharing.de. Das nächste monatliche Treffen ist für den 12. Februar, 19 Uhr, im Hotel Susato geplant. Der neue Fair-Teiler im Gebäude 6 der Fachhochschule wird montags bis freitags in der Zeit zwischen 12.30 Uhr und 13.30 Uhr gefüllt. Elisabeth Neukirchen: „Die Menge ist variabel. Die Tafel holt vor uns ab.“ Öffnungszeiten des Fair-Teilers (Regal) montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr.

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