Sperrungen ab Mittwoch

Soester Rad-Mittelstreifen: Nach jahrelangem Streit werden sie jetzt beseitigt

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Einst Vorbild, jetzt Auslaufmodell: der Fahrrad-Mittelstreifen auf der Jakobistraße.

Soest - Eigentlich sollten schon im vergangenen Jahr die in Soest so beliebten Radstreifen mitten auf der Jakobistraße und auf der Nöttenstraße entfernt werden. Diese Woche nun will die Stadt das Kapitel tatsächlich schließen.

Damit wird  buchstäblich der „Schlussstrich“ unter die seit Jahr und Tag währende Posse gezogen. Ab Dienstag rücken Kolonnen aus – es sei denn, kräftige Regenschauer vermiesen das Vorhaben. 

Alles begann vor über zehn Jahren mit einem beinahe tödlichen Radunfall. Eine Autofahrerin, die in der Jakobistraße parkte, riss die Autotür auf, ohne den Radfahrer zu bemerken, der in Richtung Altstadt unterwegs war. Der Soester schoss gegen die Tür, prallte mit dem Kopf aufs Pflaster und ist seither von den schlimmen Schädelverletzungen gezeichnet. 2008 entschloss sich die Stadt, eine Mittelspur extra für Radfahrer auf die Straße aufzutragen. Sie beschert doppelt Sicherheit: Radfahrer sind weit genug von parkenden Autos entfernt; wegen der Enge der Straße kann kein Radfahrer mehr überholt und abgedrängt werden.

Fahrradpreis für Soester Mittelstreifen

Das Vorhaben überzeugte später sogar die Jury des Deutschen Fahrradpreises, die den Mittelstreifen auszeichnete.

Doch vor drei Jahren rieben sich die Verkehrsministerien in Bund und Land an dem Streifen. Ihr schlichtes Argument: Auf deutschen Straßen gelte ein Rechtsfahrgebot. Aller Protest, alle guten Argumente aus Soest halfen nicht.

Nun also wird die Anordnung vollzogen. Von Mittwoch bis Freitag werden die Jakobi- und die Nöttenstraße gesperrt und zu Fahrradstraßen umgewidmet – mit einem extra breiten Velo-Streifen auf der rechten Seite.

Die Einzelheiten will die Stadt am Mittwoch erläutern und auch die dritte neue Fahrradstraße vorstellen, die am Windmühlenweg zwischen Brunowall und Ringstraße entstehen soll.

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