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Umfrage: Glasverbot für die Altstadt sinnvoll?

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Überbleibsel der letzten Party-Nacht: Im Beet in der Marktstraße liegt dieses Pils-Glas. Das scheint hier ordentlich abgelegt worden zu sein. Oft werden Flaschen und Gläser weggeworfen, und die Scherben gefährden Passanten und Radfahrer.

Soest - Das Gegröle mancher Nachtschwärmer ist die eine Seite der Medaille, die Scherben der Flaschen und Gläser die andere. Kann dem mit einem Glas-Verbot in der Altstadt entgegengewirkt werden? Verraten Sie uns Ihre Meinung!

Während die Ordnungskräfte und Gastwirte am Wochenende mit der Aktion „Leiser Heimweg“ begonnen haben, steht ein Glasverbot vorläufig nicht zur Debatte. Ganz im Gegensatz zur Nachbarstadt Hamm: Dort hat der Stadtrat dieses Verbot gerade erst auf weite(re) Teile der Innenstadt ausgedehnt.

„Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht und stimmen der Ausweitung des Verbots mit Nachdruck zu“, heißt es aus den beiden großen Fraktionen von CDU und SPD. Im Unterschied zu Soest haben die Hammer aber nicht das Partyvolk im Visier, das vorzugsweise freitags- und samstagsnachts um die Häuser zieht. In Hamm, so erläutern Beobachter, ist es eine rund 200-köpfige Trinker- und Drogenszene, die die Ordnungskräfte auf den Plan ruft.

So oder so. Nur all zu oft werden Bier- und Schnapsflaschen weggeworfen, zerschellen auf dem Pflaster oder dem Asphalt und gefährden Passanten. Ganze Kristall-Teppiche finden sich auch vor einzelnen Lokalen in der Soester Altstadt. „Mal mehr, mal weniger“, sagt Carsten Peters von der Soester Straßenreinigung. Seine Männer sind deshalb jeden Morgen – auch samstags, sonn- und feiertags – mit der Kehrmaschine an den neuralgischen Punkten unterwegs, um die Scherben aufzulesen.

Einige Wirte, so hebt Peters lobend hervor, schwingen nach den Trinkgelagen ihrer Kundschaft inzwischen selber den Besen, um ihre Meile scherbenfrei zu bekommen. „Aber längst nicht jeder.“

„Vor sechs Jahren – auf dem Höhepunkt der Randale in der Soester Altstadt – haben wir über ein solches Glasverbot nachgedacht“, sagt Soests Ordnungsamt-Leiter Deltlef Märte. „Das war ein ganz großes Thema.“ Doch wegen der Fülle der Details („Was ist etwa mit Milchflaschen?“) und der sich danach abzeichnenden Entspannung sei die Idee wieder in der Schublade verschwunden.

Märte bestätigt: „Verunreinigungen gibt es (nach heftigen Partynächten) definitiv.“

Die Stadtverwaltung habe deshalb „an neuralgischen Stellen“ Mülltonnen platziert, um den Im-Freien-Trinkern praktikable Entsorgungs-Möglichkeiten zu bieten. „Und wir sind mit den Kiosk-Besitzern nach wie vor in engem Kontakt.“ Schließlich tanken hier vor allem jüngere Partygänger gern auf, die sich mit ihrem kleinen Budget die Bier- und Cocktailpreise in den Kneipen nicht erlauben können.

Bei der Polizei sähe man ein Glasverbot gern. „Wir würden das begrüßen“, sagt Wachleiter Uwe Sommer. Und das sogar aus doppeltem Grund: Es gebe weniger Scherben. „Aber so eine harte Glasflasche lässt sich immer auch leicht als Waffe einsetzen.“ Wann immer er beobachte, dass mit einer Pulle in der Hand rumgefuchtelt werde, „wird mir unbehaglich“, sagt der Polizeibeamte.

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