In der Pandemie stehen sich Nachbarn offenbar gegenseitig bei

Fremde Hilfe selten gebraucht

Den Einkauf für die Nachbarn erledigen in der Corona-Krise viele Soester gleich mit.
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Den Einkauf für die Nachbarn erledigen in der Corona-Krise viele Soester gleich mit.

Soest – Ein Zeichen von Solidarität und gegenseitiger Unterstützung, ja von bürgerschaftlichem Engagement sei es, dass die „Helfer-Börse“ der Stadt Soest kaum in Anspruch genommen werde, wertet Pressesprecher Thorsten Bottin. Nur rund 20 Anfragen nach Hilfsangeboten hat es bisher gegeben.

Mit Beginn der Pandemie hatten Stadt und Kreis Soest dazu aufgerufen, sich als Nachbarschafts- oder Spontanhelfer registrieren zu lassen – sei es, um für Infizierte in der Quarantäne einzukaufen und mit dem Hund Gassi zu gehen, oder sei es, um als ehemalige Krankenschwester, Pfleger und medizinisch Gebildeter einzuspringen, wenn Not am Mann ist.

Viele meldeten sich, der Kreis gab die relevanten Daten von Nachbarschaftshelfern an die Städte und Gemeinden weiter. Seither hütet Petra Arlitt bei der Stadt Soest rund 350 Adressen von Menschen, die sich engagieren wollten. Ob es immer noch so viele sind, wurde noch nicht überprüft.

Unter den rund 20 Anfragen waren drei von der Soester Tafel, die Essen ausliefern wollte und keinen Fahrer hatte.

Dass die Nachfrage bisher so gering blieb, mag auch daran liegen, dass einige Bedürftige die Hilfsangebote nicht kennen. Vor allem aber sei das ein Zeichen für den Gemeinsinn in Soest, meint Bottin und unterstreicht: „Noch ist die Aktion nicht beendet, wir machen auch jetzt im zweiten Lockdown gerne weiter.“

Auch die Kreisverwaltung nimmt weiter Mitteilungen auf www.kreis-soest.de/ichwillhelfen entgegen. Hilfesuchende finden ebenfalls ein Formular auf der Homepage des Kreises. Der Kreis Soest unterscheidet zwischen Nachbarschaftshelfern und qualifizierten Spontanhelfern, die im Katastrophenfall zum Einsatz kommen können.

Von Gassi gehen bis Katastrophenfall
Nachbarschaftshelfer erledigen Einkäufe oder andere Besorgungen (Botengänge, mit dem Hund rausgehen etc.) für Menschen, die Hilfe brauchen. Die Daten von Nachbarschaftshelfern leitet der Krisenstab des Kreises an die Städte und Gemeinden weiter. Die Helfer werden dann vom zuständigen Ordnungsamt kontaktiert.
Spontanhelfer bieten für den Katastrophenfall ihre Arbeitskraft an. Im Formular werden medizinische und pflegerische Qualifikationen abgefragt, die vielleicht in der Vergangenheit erworben wurden und eingesetzt werden können. Auf den Eintrag erfolgt keine unmittelbare Antwort. Im Bedarfsfall meldet sich der Kreis Soest bei den gemeldeten Spontanhelfern. Sofern diese dann nach Weisung und Auftrag des Kreises zum Einsatz kommen, sind sie in ihrer Tätigkeit Unfall- und haftpflichtversichert. Wichtig: Spontanhelfer dürfen kein Mitglied in einer Feuerwehr oder Hilfsorganisation sein, da diese anderweitig gebunden sind.  Quelle: Kreis Soest

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