Soester Muslime rücken im Ramadan noch enger zusammen

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Freuen sich auf viele Gäste, die am Wochenende zum Fastenbrechen in die Moschee nach Soest kommen: Imam Sevki Caliskan und Seyit Ali Yildirim, der Vorsitzende des Moschee-Vereins.

Soest -  Seyit Ali Yildirim hat sich einen Traum erfüllt: Im letzten Jahr reiste er nach Mekka zum Geburtsort des Propheten Mohammed. Für den Vorsitzenden des Soester Moschee-Vereins ist der am heutigen Samstag beginnende Ramadan deshalb eine Pflicht, die ihn seinen Erlebnissen aus dem letzten Jahr noch einmal näher bringt. Ramadan, das ist die muslimische Fastenzeit, in der es den Gläubigen zwischen Sonnenauf- und -untergang verboten ist, etwas zu essen oder zu trinken.

„Für mich als Imam ist es relativ einfach, mich an die Regeln des Ramadan zu halten“, sagt der Soester Vorbeter Sevki Caliskan, „weil ich meine Zeit danach ausrichten kann“. Doch wer zur Schule oder zur Arbeit müsse, für den sei das Fasten eine große Herausforderung.

Deshalb laden die Muslime während des Ramadan freitags bis sonntags zum Fastenbrechen, das je nach dem Sonnenstand gegen halb zehn abends stattfindet. Seyit Ali Yildirim: „Da kommen 250 bis 300 Menschen. Wir essen und trinken dann hier in der Moschee gemeinsam.“ Überhaupt sei das Gemeinsame etwas, was den Ramadan ausmache. „Wir rücken als Gemeinschaft wieder näher zusammen“.

Auch könnten Fastende die Situation der Armen besser verstehen, wenn sie selbst 16 bis 18 Stunden auf jede Nahrung verzichteten. Nachdenklich zeigte sich Imam Sevki Caliskan nach den Reaktionen auf den Anschlag in Manchester: „Es wird schnell von islamischem Terror gesprochen. Doch wer so etwas macht, hat mit dem Islam nichts zu tun. Im Koran heißt es: ,Einen Menschen zu töten ist wie die ganze Welt zu töten.“ Deshalb wolle man in Soest nun während der Fastenzeit ganz besonders für Frieden beten und ein Miteinander, das den anderen akzeptiere.

Dazu gehört auch ein Haus der offenen Tür: „Wir laden Vertreter der Politik, der Schulen und der Vereine ein, um wieder mehr ins Gespräch zu kommen.“ Übrigens: Am Wochenende ist abends zum Fastenbrechen jeder willkommen. Dann dürfen die Menschen jenseits von Landes- und Religionsgrenzen ins Gespräch kommen. Worüber? Zum Beispiel über das große Ramadan-Fest, das am 25. Juni die Fastenzeit für dieses Jahr beendet.

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