Bewegende Worte

Mehr als 200 Soester gedenken der Opfer von Hanau und wollen ihre Stadt nicht dem Hass überlassen

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Mahnwache in Soest für die Opfer von Hanau

[Update] Es waren die Worte, die die den Menschen vor dem Soester Rathaus Mut machten nach den entsetzlichen Morden von Hanau. Es waren wichtige und richtige Worte. Worte der Trauer, der Wut aber auch der Hoffnung. 

Soest - Frank Schindler (amnesty international) Jutta Maybaum (Grüne) Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und Fatma Görkem (Integrationsrat) fanden die richtigen Worte, die der Trauer Ausdruck gaben, aber auch dem Entsetzen und der Wut über die für viele so unfassbare Tat.

Schindler erzählte, wie er den Donnerstag erlebt habe. Wie er sich fühlte, als er morgens im Anzeiger von einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Soest gelesen habe und wie die Nachrichten aus Hanau, die der Tag dann brachte, dies alles noch weit in den Schatten stellten. Dass Soest und Hanau so weit am Ende nicht auseinander seien. Rassismus im Alltag, Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften und Morde seien letztlich nur verschiedene Etappen auf ein und dem selben Weg.

"Ich will, dass alle Menschen hier ohne Angst leben können", sagte Maybaum und zitierte die wohl am häufigsten zitierte Passage des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar.", Maybaum weiter: "Dafür stehe ich hier. Die Demokratie gerät durch Hetze und Hass in Gefahr aber wir lassen uns nicht die Angst aufzwingen, dafür stehen wir hier".

Menschen aus 120 Nationen

Ruthemeyer verwies auf die Menschen aus 120 Nationen, die in der Stadt leben. "Wir sind eine weltoffene Stadt und wir haben schon in der Vergangenheit oft Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit gezeigt. Alle, die wir hier sind, sind schon hellwach" sagte er zu den in diesen Tagen viel gehörten Worten, dass die Gesellschaft jetzt aber mal endlich wach werden müsse. Und er machte sehr deutlich: "Die Gefahr kommt von rechts."

Er sprach aber auch von der Wut, die sich in die Trauer mische und von Mut. "Wir sind nicht hilflos. Wir alle können dazu beitragen, dass in unserem Land respektvoll miteinander umgegangen wird".

Mut in bitteren Stunden

Die Tatsache, dass so viele Soester spontan zur Mahnwache gekommen seien, spende Mut in diesen bitteren Stunden. "Ihre Anwesenheit macht deutlich, dass wir unsere Stadt nicht dem Hass überlassen werden." Darin waren sich Fatma Görkem und alle Redner einig.

Nach einer Schweigeminute und mit etwas Trost und Hoffnung, wie es eine Dame am Rande der Mahnwache formulierte, gingen die Menschen still auseinander.

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