16. Soester Kneipenfestival mit Gitarrenrock, Irish Folk, Funk und Blues

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Dicht dran – das ist stets das Motto des Soester Kneipenfestivals. Bei der Enge in den Lokalen geht es auch gar nicht anders.

Soest - Ein paar Halbtöne klimpern übers Pflaster, hüpfen an Wände und Scheiben, verschwinden in den schummrigen Seitengassen. Drei Schlümpfe und eine Ukulele sind unterwegs: Nachts um eins ziehen Stuart, Niklas und Daniel durch die Fußgängerzone und haben Spaß in ihren flauschigen Kostümen.

Drei Freundinnen tragen Papiertüten durch die Nacht: Schuhe, Schnäppchen, Schlumpf-Verpflegung. Jedem verdutzten Heimkehrer singen und klimpern die Studenten aus Djakarta ein fröhliches „Hallo! Guten Tag! Schöner Abend!“ entgegen. Ob sie so beim Kneipenfestival waren?

„Das kennen wir nicht“, antworten die sechs. „Aber Soest ist schön.“ Ein Foto – dann geht es weiter.

Wie leergefegt ist die Innenstadt jetzt. Zwei Stunden zuvor, da war es noch Samstag, verstopften Menschentrauben vor Kneipen, Cafés und Restaurants den Zugang. „Eins, zwei, drei, vier....“, so zählte mancher mit, wie viele rauskamen. Dann wusste man, ob man mit der eigenen Clique reinkam in die nächste Sauna.

Brillenträger standen im Nebel: Draußen nasskalt und nieselig, drinnen eine Luft zum Schneiden, und auf den Ohren ein Brei aus Lachen, Schwatzen, Schlagzeug und Bass. Türsteher kontrollieren rote Bändchen am Handgelenk, Bedienungen jonglieren Getränke über den Köpfen der Gäste.

Die sind überwiegend so jenseits der Dreißig, hüpfen und schunkeln, klatschen und johlen – oder sie stecken fest im Hier und jetzt: Der Wechsel von Kneipe zu Kneipe, er war ein mühsames Geschiebe auf Tuchfühlung und unschuldigen Zehen, die eigenen waren es nicht, aber geschimpft hat niemand.

Kneipenfestival 2017

17 Stationen gab es beim 16. Soester Kneipenfestival, und zwischen Gitarrenrock, Irish Folk, Funk, Blues und mehr eine bunte Mischung an Stilrichtungen: Für jeden etwas, Spaß „livehaftig“, so wie es fürs „Primo“ auf dem Programmzettel stand.

Dafür gab’s im Pesel ordentlich auf die Ohren: „H-Bomb Holiday Club“ - – der Name war Programm, wie viele Kneipenhüpfer erzählten: „Laut!“ Lob gab es immer wieder für den Domhof, dort machten „Powerage Ruhrpott“ auf AC/DC, und das soll richtig knorke gewesen sein. Geschafft hat’s der Anzeiger bis dahin nicht: Der Weg rund um den Dom, in die Ulricherstraße, zurück zum Markt war schon lang und anstrengend genug.

12 Euro hat der Spaßmarathon gekostet, von Sieben am Abend bis in die Puppen. Ein Party-Bus war im Preis gleich mit drin, ein rollender Musik-Express mit Alan Green und seiner Klampfe an Bord. Die Haltestellen waren im Prospekt abgedruckt. Zeiten nicht. Die Besucher, die der Anzeiger gefragt hat, hätten’s auch nicht gewusst, wann sie zusteigen konnten...

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