Schlimme Woche

Für das Soester Klinikum kommt es gerade knüppeldick: Fusion gescheitert, Aus für die Plastische Chirurgie

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Für das Soester Klinikum kommt es gerade knüppeldick: Fusion gescheitert, Aus für die Plastische Chirurgie

Soest – Keine schöne Woche, die da gerade am Klinikum Stadt Soest zu Ende geht: Erst die Nachricht von der gescheiterten Fusion, und nun noch das Aus der Plastischen Chirurgie.

Die Mitarbeiter sind inzwischen informiert und „emotional aufgewühlt“, sagt der neue Klinikum-Chef und fügt hinzu: Das Aus der Abteilung stehe in keinem Zusammenhang mit der abgesagten Fusion. 

Seit vergangenem Sommer hatten Klinikum und Marienkrankenhaus – wie beide Seiten versichern – intensiv an dem Verschmelzungsprozess gearbeitet. Beide Seiten sahen in der Fusion gute Voraussetzungen, um mit einem gemeinsamen Krankenhaus auf Jahrzehnte die Versorgung der Patienten in Stadt und Region optimal sicherstellen zu können. Parallel dazu hofften sie seit dem Sommer, das Kartellamt werde den Zusammenschluss genehmigen – denn der sei ja ausdrücklich von der Politik gewünscht. Doch nun sagt die Bonner Aufsichtsbehörde Nein; sie sieht in der Fusion „eine marktbeherrschende Stellung“, die es zu verhindern gelte. 

Die Ärzte und Pfleger der Plastischen, Hand- und Wiederherstellungs-Chirurgie hatten die Nachricht gerade in der Zeitung gelesen, da erfuhren sie von dem Aus ihrer Klinik. Nach erfolgreichen Jahren hatte im Frühjahr 2019 der langjährige Chefarzt Dr. Max Meyer-Marcotty das Soester Klinikum verlassen und sich neue Aufgaben in Lüdenscheid gesucht. Kürzlich hat sein Nachfolger das Ruder übernommen. Doch der erklärte schon wenige Tage später, er könne „diese Aufgabe aus persönlichen Gründen doch nicht übernehmen“, teilt Klinikum-Chef Sven Freytag auf Anfrage des Anzeiger mit. 

Damit nicht genug: Die kommissarische Leiterin der Klinik für Plastische Chirurgie, die ein Dreivierteljahr den Betrieb geführt hat, fällt gerade aus familiären Gründen für längere Zeit aus. „Die fachärztliche Aufsicht ist aufgrund dieser für uns unerwarteten personellen Entwicklung in der bisherigen Struktur der Abteilung nicht mehr gegeben, so dass aus Gründen der Patientensicherheit kurzfristiger Handlungsbedarf für eine Reorganisation bestand“, schildert Freytag. 

Die Frage, ob das Aus dieser Abteilung im Zusammenhang mit dem Aus der Fusion stehe, beantwortet mit einem ebenso knappen wie eindeutigen „Nein“. 

Die Chefärzte der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie der Allgemein- und Bauchchirurgie würden zwar einen Großteil des Leistungsspektrums übernehmen. Doch eben nicht alles: Ästhetische Operationen wie etwa Brustimplantate werde es im Klinikum nicht mehr geben. Freytag versichert, alle Mitarbeiter der Fachabteilung werden im Klinikum weiterbeschäftigt, „sofern sie dies unter den veränderten Strukturen wünschen“. 

Die Ärzte und Pfleger hätten „emotional aufgewühlt“ die Nachricht aufgenommen. Man bleibe im Gespräch und werde „versuchen, das Beste aus der Situation zu machen“. Die Patienten, die bereits Termine gebucht hätten, seien von den Sekretariaten benachrichtigt worden. 

Auf die Frage nach der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung auch mit Blick auf die Sondersitzung der Aufsichtsgremien am Montag lehnte Freytag eine Stellungnahme ab. Er hatte erst vor drei Wochen die Geschäftsführung übernommen.

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