Das sollte man im Verdachtsfall tun

Coronavirus in NRW - Atemschutzmasken in Soest ausverkauft, Kliniken reagieren

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Anke Wöstendiek und Viktoria Suerhoff von der Rats-Apotheke mit ihrem aktuellen Verkaufschlager: der Atemschutzmaske.

Soest – Vorbereitet sind die Ärzte in den beiden Soester Krankenhäusern und im Gesundheitsamt seit Wochen. Doch nach Bekanntwerden des Falls aus Heinsberg, wo ein mit dem Corona-Virus infizierter Patient lebensgefährlich erkrankt ist, haben sich alle Verantwortlichen jetzt noch einmal zusammengesetzt und ihre „Pläne aktualisiert“.

Für gewöhnlich tagt die große Hygiene-Kommission im Klinikum Soest routinemäßig zweimal im Jahr. Doch am Mittwoch ist die Runde, an der neben Ärzten und Pflegern auch Geschäftsführung und Ärztlicher Direktor teilnehmen, zu einer außerordentlichen Sitzung wegen der drohenden Corona-Epedemie zusammengekommen. 

„Wir haben alles synchronisiert, sämtliche Abläufe geklärt und geprüft, ob genügend Personal und Material vorhanden sind“, berichtet Dr. Thomas Keweloh. Er ist Chefarzt der Geriatrie und Arzt für Klinik-Hygiene und leitet das Spezialistenteam, das sich formiert hat.

Ein Fall erwies sich als "normale" Lungenentzündung

In den vergangenen Tagen, so der Mediziner, habe es „keine einzige Anfrage“ wegen einer möglichen Corona-Infektion gegeben. Vor Wochen allerdings, als die ersten Nachrichten aus China Deutschland erreichten, habe sich ein Kundendienst-Mitarbeiter mit einer Lungenentzündung behandeln lassen. 

Der Mann hatte zuvor in einem örtlichen China-Restaurant zu tun gehabt. Doch die Untersuchungen ergaben: Es war eine „normale“ Lungenentzündung, keine Corona-Infektion.

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So viele Isolierzimmer stehen im Klinikum bereit

Sollten solche Fälle in Soest aber auftreten, stehen „für den ersten Ansturm“ sechs Betten in Isolierzimmern im Klinikum bereit“, schildert Keweloh. Diese durch Schleusen von der Station abgetrennten Einzelzimmer, die Mitarbeiter und Besucher nur mit entsprechendem Schutz betreten dürfen, werden auch sonst genutzt, wenn etwa Patienten mit dem Norovirus oder anderen stark ansteckenden Krankheiten infiziert sind.

Sollten die sechs Betten nicht ausreichen, so Keweloh, könnten im Sockelgeschoss des Klinikums rasch zwölf weitere Isolierbetten bereitgestellt werden.

Vorgaben des Robert-Koch-Instituts werden Eins-zu-Eins umgesetzt

Ähnlich sieht es im Marienkrankenhaus aus. Auch hier hat es noch keinen Verdachtsfall gegeben, ergo nutze man die Zeit, um intensiv die Mitarbeiter auf den Fall-des-Falles vorzubereiten, erläutern Pflegedirektor Martin Krampe und kaufmännischer Direktor Tobias Franke. Die Vorgaben des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Robert-Koch-Instituts würden Eins-zu-Eins umgesetzt, zudem stehe man in engem Kontakt mit dem Kreisgesundheitsamt. An die Aufsichtsbehörde müsste ohnehin jeder Verdachtsfall sofort gemeldet werden.

Soester sorgen vor - sämtliche Masken ausverkauft

Trotz dieser Lage: Die Sorge (oder besser:) die Vorsorge beschäftigt viele Soester. Offensichtlich in größerer Zahl haben sich Leute bereits Atemschutzmasken in den Apotheken besorgt. Der Anzeiger hat in mehreren Verkaufsstellen nachgefragt und übereinstimmend zu hören bekommen: Sämtliche Masken – vom einfachen Papierschutz bis hin zu teureren Atemschutzmasken – seien vergriffen. Und komme eine neue Lieferung, vergehe kaum ein halber Tag, bis auch die über die Ladentheke gewandert sei.

Was sollen Soester im Verdachtsfall tun?

Doch wie weit reicht Vorsorge? Sollen zum Beispiel die Soester, die vergangene Woche beim Karneval in Mailand mitgetanzt haben, sich vorsorglich zum Arzt begeben? Was ist zu tun, wenn eine Person vermutet, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben?

 „Die Empfehlung in diesem Fall lautet ganz klar: Personen, die sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben oder Kontakt mit einer an dem Coronavirus erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Krankheitszeichen wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren“, rät das Gesundheitsamt.

Wie kann ich mich schützen?

Im Gesundheitsamt haben die Ärzte nach Bekanntwerden des Heinsberger Falls die Lage beraten. Und sie haben ein paar Tipps zusammengestellt für jedermann. „Das Coronavirus“, so Dr. Ute Gröblinghoff, „wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen, also etwa durch Niesen oder Husten.“ 

Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, die Nutzung von Einweg-Taschentüchern beim Husten, Niesen und Naseputzen und das Meiden von großen Menschenmengen helfen, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Das schütze übrigens auch vor einer gewöhnlichen Erkältung.

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