Integrationsrat fragt: "Woran glauben Sie?“

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Brigitte Sehmi und Sasimohan Somasundaram vom Integrationsrat wollen über Glaubensfragen sprechen.

Soest – Religion – falsch verstanden – sei auf der ganzen Welt oft die Ursache von Konflikten, „weil jede Seite auf ihren Glauben pocht“. Brigitte Sehmi spricht klare Worte. Sie ist die Vorsitzende des Integrationsrates, der angetreten ist, um die Interessen ausländischer Bürger zu vertreten und sich als Bestandteil der politischen Willensbildung versteht. 

Um zu informieren und Antworten auf offene Fragen zu finden, organisiert das Gremium Wissensfahrten für alle Bürger. 

Nach dem Besuch bei den Sikhs in Paderborn vor geraumer Zeit geht es jetzt zum Hindu-Tempel nach Hamm-Uentrop. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Interessenten anmelden“, sagt Brigitte Sehmi. Mit Stellvertreter Sasimohan Somasundaram weist sie darauf hin, dass diese Veranstaltung als Beitrag zu verstehen sei, für ein verständnisvolles Miteinander in der Stadt und darüber hinaus zu sorgen. 

„Kulturen sind veränderlich, beweglich, durchlässig, aber auch bewahrend und begrenzend“, sagt Brigitte Sehmi. Sie könnten Quellen von Auseinandersetzungen sein und ihre Umgestaltung ein möglicher Weg zu Frieden und Gerechtigkeit. Tatsache sei aber auch, dass kultureller Rassismus weit verbreitet und nicht zu unterschätzen sei, besonders in einer Kleinstadt wie Soest, wo Menschen aus vielen unterschiedlichen Nationen leben und weitere dazukommen. 

„Wir wollen Vorurteile abbauen“, erläutert Brigitte Sehmi. Ziel der Exkursionen sei, die Wertschätzung dessen, was zunächst fremd erscheint, zu fördern, ungewohnte Gebräuche und Sitten zu akzeptieren und zu tolerieren. Abneigung solle im Keim erstickt werden. Es gehe darum, im gegenseitigen Respekt den interkulturellen Dialog zu stärken und den Weg für Begegnungen zu ebnen. So könnten sich etwa Freizeitaktionen und sportliche Events etablieren.

 Der derzeitige Integrationsrat nahm seine Arbeit nach der Wahl vor fünf Jahren auf, Brigitte Sehmi und Sasimohan Somasundaram wünschen sich, dass Existenz und Einsatz des Gremiums besser bekannt sind, als es im Moment der Fall ist. „Wir haben einiges in Gang gesetzt“,betont Brigitte Sehmi und erwähnt als Beispiel die hinduistischen Trauerfeiern auf dem Osthofenfriedhof. „Hindus“, so schildern die beiden Vorsitzenden, „halten kein übliches Begräbnis, wie etwa die Christen, ab, sondern es wird im Vorfeld der eigentlichen Bestattung eine Abschiedsritual am offenen Sarg für alle Verwandten, Freunde und Nachbarn abgehalten.“

Als aktuelles Thema nennen Brigitte Sehmi und Sasimohan Somasundaram die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten für junge Tamilen. Sie seien gut ausgebildet, wiesen häufig einen hervorragenden Schulabschluss auf, die meisten seien in Deutschland geboren, hätten es aber schwer, Personalchefs mit ihren Bewerbungen zu überzeugen. Als weiteren Punkt listet die Vorsitzende das Kommunale Handlungskonzept zur Integration von Flüchtlingen in Soest.

Die Fahrt

Wer am 30. Mai den Sri-Kamandchi-Ampal- Tempel in Hamm besuchen möchte, melde sich beim Integrationsrat unter der Adresse integrationsrat@soest.de an oder unter 02921/3192757. Die Abfahrt erfolgt am 30. Mai um 10 Uhr ab Stadthalle und um 10.15 Uhr ab Statteilbüro Süden, Britischer Weg 4. Der Besuch klingt mit einem Imbiss aus. Die Rückfahrt ist für 13. 30 Uhr vorgesehen.

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