"Soest ist nicht Köln!"

Soester Schulleiter lehnen härtere Strafen für randalierende Abiturienten ab

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Die Schmierereien auf dem Archi-Schulhof verursachten bei den Abi-Streichen viel Ärger. 

Soest - „Soest ist nicht Köln!“, dieser Satz fällt im Gespräch mit Martin Fischer, dem Schulleiter des Aldegrever-Gymnasiums, immer wieder. Er und sein Kollege Winfried Papenheim, Schulleiter des Archigymnasiums, lehnen die Forderungen nach härteren Strafen für randalierende Abiturienten strikt ab.

Mitte März feierten in Nordrhein-Westfalen die Abiturienten ihre Mottowochen. Nicht überall ging es dabei friedlich zu. Zu mehreren Polizeieinsätzen wegen Vandalismus und Körperverletzung kam es in Köln. Auch in Soest hatten die Schulleiter Ärger mit ihren Abiturienten. Schmierereien bedeckten den Schulhof des Archigymnasiums und am Alde fehlten Buchstaben am Gebäude.

Aufgrund dieser Ausschreitungen fordern viele nun härtere Strafen für randalierende Abiturienten. So soll Schülern, die über die Stränge schlagen, künftig mit dem Ausschluss von Abifeiern und einem Vermerk im Abi-Zeugnis gedroht werden. Das will jedenfalls der Deutsche Philologenverband.

Die Soester Schulleiter Fischer und Papenheim sehen das anders. „Ich solidarisiere mich auf keinen Fall mit diesen Forderungen“, so Fischer. Papenheim stimmt ihm zu: „Strafen bringen nur etwas wenn sie auch durchgesetzt werden können. Man tut so aber nur denjenigen Unrecht, die sich im Vorfeld engagiert haben.“

Es sei in Soest nur am ersten Tag der Mottowoche zu „ein paar Kleinigkeiten“ gekommen. „Die restliche Woche war unheimlich klasse“, erzählt Fischer.

Beide Schulleiter hatten sich bei der Konfliktlösung eng abgestimmt. „Es hängt auch immer von der Schulleitung ab, wie mit den Problemen umgegangen wird“, sagt Fischer. Er meint: „Wir haben das hervorragend gelöst und die Sache sofort in den Griff bekommen.“ Papenheim ist ebenfalls zufrieden mit der gemeinsamen Lösung: „In diesem Jahr ist uns das gut gelungen.“

Im Verlauf der Woche habe man die Ereignisse gemeinsam mit den Schülern besprochen, die sofort Einsehen gezeigt hätten. „Die Aufarbeitung ist besonders wichtig“, meint Papenheim. Fischer berichtet: „Es gab keine weiteren Probleme.“

In Zukunft soll es an beiden Gymnasien trotzdem einige Maßnahmen geben, die Ausschreitungen in den Mottowochen verhindern sollen. „Wir werden nächstes Jahr – so wie jedes Jahr – im Vorfeld Gespräche mit den Schülern führen“, erklärt Papenheim. Das Aldegrever-Gymnasium will noch einen Schritt weiter gehen. Dort soll es zukünftig ein Formular geben, das die Schüler darüber aufklärt, „dass bestimmte Dinge nicht zulässig sind“, so Fischer. Sollten sie sich nicht daran halten, droht ihnen ein Geländeverweis oder ein Ausschluss vom Unterricht.

Fischer glaubt aber, dass die Strafen nicht gebraucht werden. „Die jüngeren Schüler haben gesehen wie wir reagiert haben und wissen jetzt, dass es Dinge gibt, die nicht geduldet werden.“

Das Feiern wollen die Schulleiter ihren Abiturienten nicht verbieten. „Die Schüler haben immer so aufwendige Kostüme und denken sich Spiele für die Jüngeren aus, das macht doch allen Spaß“, erklärt Fischer. - bu

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