Ordnungswidrigkeit oder nicht?

Aufregung in Soest um "Klimaschutz"-Zettel an Autos 

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So sehen die Zettel aus, es handelt sich offenbar um Kopien.

Ein Unbekannter verärgert derzeit Autofahrer in Soest, indem er einen scheinbar handgeschriebenen Zettel unter den Scheibenwischern hinterlässt. 

In den Soester Gruppen bei Facebook läuft derzeit eine hitzige Diskussion: Ein scheinbar handgeschriebener Zettel, der hinter Scheibenwischer von geparkten Autos geklemmt wurde, ist der Grund für die Aufregung.

Darauf steht: "Lieber Besitzer dieses Fahrzeugs, es macht mich traurig, betroffen und wütend, dass Sie dieses Auto fahren! Sie verbrauchen so viel Energie und produzieren solche Unmengen an CO2 - nur, um einen schweren Haufen Metall durch die Gegend zu fahren. Wozu? Ich habe wirklich Angst um die Zukunft meiner Kinder, und Sie als BesitzerIn dieses Autos tragen zu dieser Angst bei. Das musste ich loswerden. . . " 

Namentlich unterzeichnet ist der Schrieb nicht, verteilt wurde er offenbar vor dem Markt Hit, rund um den Bahnhof und an der Nötten-Brüder-Wallstraße.

Hunderte von Kommentaren

In Hunderten von Kommentaren macht sich der Ärger bei denjenigen, die in den "Genuss" des Zettels gekommen sind, Luft. Sie reichen von "man kann nicht mehr unbehelligt parken" bis  hin zu handfesten Drohungen an den Verteiler. Viele finden die Methode des "Gutmenschen" unangebracht, weil anonym: So könne es nicht zu einer Diskussion kommen, und das Anliegen komme auch nicht gut an. Andere mokieren sich darüber, dass es für die Kopien der Zettel zu Feinstaub- und anderen Ausdünstungen am Kopiergerät gekommen sein muss. Wieder andere finden, man brauche das Flugblatt ja nicht zu lesen.

Keine Straftat

Tatsache ist: Um eine Straftat handelt es beim Zettelverteilen und Berühren eines fremden Autos nicht, so lange nichts beschädigt wird. 

Bei Werbung hinterm Wischer kann es sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln, die man beim Ordnungsamt anzeigen müsste; Politessen werden in solchen Fällen auch selbst tätig. Jedoch handelt es sich hier nicht um Werbung, "sondern um eine private Meinungsäußerung", wie Thorsten Bottin, Sprecher der Stadt, erklärt. "Wir sehen bisher keinen Anlass einzuschreiten."

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