Soester Direktkandidaten zu Gast bei Schülern

Vor der Wahl: Kontroverse Diskussion in der Aula des Aldegrever-Gymnasiums

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Fünf der sechs Direktkandidaten kamen im Aldegrever-Gymnasium zu Wort.

Soest - Martin Fischer, Schulleiter am Aldegrever-Gymnasium in Soest, fand bei seiner Begrüßung deutliche Worte: „Ich freue mich, dass ihr so großes Interesse an Politik habt und diese Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt habt“, sagte er in Richtung seiner Schüler. „Ich hoffe, dass ihr immer eines beachtet: Der Souverän seid ihr.“ Friedrich Hautkapp aus der Jahrgangsstufe 12 hatte am Mittwochvormittag gemeinsam mit seinem Mitschüler Dario Giese zur Veranstaltung in die Aula der Schule eingeladen. 

„Die Idee hatten wir schon vor Monaten“, erzählt Dario Giese. „Aber erst einmal mussten wir ja alles mit unserem Schulleiter klären.“ Der zeigte sich von Anfang an begeistert über die Pläne der Jugendlichen und freute sich über so viel politisches Engagement in seiner Schülerschaft. 

„Vor ein paar Wochen dann haben wir angefangen, die konkreten Vorbereitungen in Angriff zu nehmen und haben die Kandidaten eingeladen“, erzählt Friedrich Hautkapp. Allerdings: In der Aula des Aldegrever-Gymnasiums kamen nur fünf der sechs Direktkandidaten für den Kreis Soest zu Wort.

 AfD-Kandidat Berengar Elsner von Gronow war nicht zu der Diskussion eingeladen worden. Die Organisatoren hatten diese Entscheidung gefällt, um den „Schulfrieden“ nicht zu gefährden. 

Hans-Jürgen Thies (CDU), Wolfgang Hellmich (SPD), Shahabuddin Miah (Grüne) und Fabian Griewel (FDP) waren gekommen. Linken-Kandidat Robert Helle wurde vom Linken-Kreisvorsitzenden Manfred Weretecki vertreten.

Kontrovers ging es zu bei der Podiumsdiskussion, zu der die Schüler in die Aula des Aldegrever-Gymnasiums eingeladen hatten. Zur Vollansicht des Fotos klicken Sie oben rechts.

„Ich hoffe, dass wir Themen ansprechen, die durchaus kontrovers diskutiert werden“, hatte Dario Giese vor der Veranstaltung gesagt. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung möglichst viele unserer Mitschüler für das Thema Politik begeistern“, erläuterte er weiter. Vor allem ging es den Beiden darum, die zahlreichen Erstwähler in ihrer Stufe für die kommende Bundestagswahl zu rüsten. „Man kann ja nur eine Entscheidung fällen, wenn man die Positionen der unterschiedlichen Politiker nachvollziehen und verstehen kann“, sagte Friedrich Hautkapp, der sich auch in seiner Freizeit sehr für Politik interessiert. 

Schulleiter Martin Fischer brachte bei seiner Eröffnung deutlich zum Ausdruck, dass er stolz auf seine politisch interessierten Schüler ist. Friedrich Hautkapp und Dario Giese hatten die Aktion vorbereitet..

Die Kandidaten nutzten die Möglichkeit, vor so vielen jungen Menschen zu sprechen gern. Bei den Themen Elektromobilität, Digitalisierung und Bildung machten die Politiker ihre unterschiedlichen Positionen deutlich – allerdings verzichteten einige auch in diesem Rahmen nicht auf die gut eingeübte Rhetorik, die allerdings in einer Aula voller Schüler teilweise ein wenig Fehl am Platz wirkte.

Interessant wurde es für die gut 100 Schüler vor allem dort, wo sie direkt von den angesprochenen Themen betroffen sind: Vor allem die unterschiedlichen Positionen der Kandidaten bei der Fragestellung, ob das Wahlalter generell auf 16 Jahre herabgesenkt werden sollte, schlug hohe Wellen – und brachte die Kandidaten teilweise ins Schwitzen. In der kommenden Woche wird es am Aldegrever-Gymnasium noch die „Juniorwahl“ geben, die erst nach der Bundestagswahl ausgezählt werden wird. Eventuell lässt sich ja am Ergebnis ablesen, welcher Direktkandidat in der Aula am meisten überzeugen konnte. 

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