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Soester Café eröffnet an ungewöhnlichem Ort: Kaffeetrinken in friedlicher Atmosphäre

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Von: Vanessa Moesch

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Bürgermeister Eckhard Ruthemeier (links) gratuliert dem Ehrenamtlerteam um „Senior Trainerin“ Martina Brennecke und den Schülern der Hannah-Arendt-Gesamtschule zur Eröffnung des „Café Kränzchen auf dem Osthofenfriedhof.
Bürgermeister Eckhard Ruthemeier (links) gratuliert dem Ehrenamtlerteam um „Senior Trainerin“ Martina Brennecke und den Schülern der Hannah-Arendt-Gesamtschule zur Eröffnung des „Café Kränzchen auf dem Osthofenfriedhof. © Moesch

Das „Café Kränzchen“ hat eröffnet. Wer erst einmal verstanden hat, welche Bedeutung dieser Name hat, findet sich da wieder, wo normalerweise niemand ein Bistro vermutet.


Soest – Noch ist es nicht offiziell eröffnet, aber es duftet bereits nach frischem Kaffee, Tee und süßem Gebäck, und die Stimmung ist fröhlich. Auf Bänken und Stühlen warten die Ehrenamtlichen in roten Schürzen und mit Namensschildern auf die ersten Besucher.

Eröffnung auf dem Friedhof

Die Eröffnung eines Cafés ist vielleicht für manchen alltäglich, aber bei „Senior Trainerin“ Martina Brennecke ist es etwas ganz Besonderes. Denn wer eröffnet schon ein Café mitten auf dem Osthofenfriedhof?

„Es muss sich erst noch rumsprechen, aber das Konzept ist auf Anerkennung und Begeisterung gestoßen“, sagt Brennecke und schaut sich mit einem zufriedenen Lächeln um.

Senior-Trainer-Projekt

Das „Café Kränzchen“ ist ihr Senior-Trainer-Projekt und befindet sich an der Trauerhalle. Sie ist für die gesamte Organisation zuständig und auf ihre Tätigkeit sehr stolz.

Die Idee nach einem Ort zu suchen, wo sich die Menschen hinsetzen und ausruhen oder auch eine Kleinigkeit essen und trinken können, die kam damals von ihrer Tochter, wie Martina Brennecke in ihrer Eröffnungsrede erzählt: „Wir sind an Allerheiligen über den Friedhof gegangen und meine Tochter, die drei Jahre alt war, fragte, als es zur Kapelle ging, ob es da auch Musik gebe und man sich hinsetzen und etwas trinken könne.“

Tatkräftige Unterstützung

Seit diesem Tag war der Wunsch nach einem eigenen kleinen Café geboren, den Martina Brennecke mit tatkräftiger Unterstützung von Petra Arlitt, Seniorenbeauftragte der Stadt Soest, und Oliver Goerdt mit seinem Team der Friedhofsverwaltung umsetzte.

Auch Bürgermeister Eckhard Ruthemeyers Augen leuchten beim Betreten des Innenhofs der Friedhofsverwaltung. „Es war ein lang geäußerter Wunsch, dass man sich hier auf dem Friedhof hinsetzen kann. Und nach längerer Planungs- und Entwicklungsphase ist das jetzt gelungen. Es ist ein schönes Projekt und ich hoffe, dass bald viele Besucher kommen“, sagt er.

Schüler der Hannah-Arendt-Gesamtschule helfen mit

Unterstützung bekommt Martina Brennecke auch von den Schülern der Hannah-Arendt-Gesamtschule, die angeboten haben, zu helfen. „Unser Religionskurs wollte auch ein Trauercafé machen, so kam schließlich der Kontakt zustande“, erläutert Schüler Nils Schumacher.

„Wir wollen uns bei sozialen Projekten in Soest engagieren. Über eine Whatsapp- Gruppe wird abgesprochen, wer wann kann und wer wohin geht“, ergänzt Schulkamerad Lauritz Lichtwark.

Stätte der Begegnung

Das Friedhofscafé soll zudem als Stätte der Begegnung einen Beitrag dazu leisten, den sogenannten Ort der Stille mit Leben zu füllen und somit die deutsche Friedhofskultur zu bewahren und zu erweitern.

„Es ist wirklich jeder willkommen, der sich mit anderen austauschen möchte, der jemanden zum Zuhören braucht oder sich nach getaner Arbeit auf dem Friedhof einfach mal ausruhen und einen Kaffee trinken will“, sagt Brenneken.

Und während sie das tut, verstreuen sich einige Ehrenamtliche auf dem Friedhof, um die Menschen dort darauf aufmerksam zu machen, dass ganz in der Nähe, an der Trauerhalle, gedeckte Tische mit bunten Blumen darauf stehen und auf viele Gäste warten.

Öffnungszeiten

Das Café ist jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Bei schönem Wetter wird der Innenhof der Friedhofsverwaltung genutzt, bei schlechtem Wetter die kleine Trauerhalle.

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