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Berger gegen Bauverein: Vergleich liegt vor

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Von: Kathrin Bastert

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Die Auswertungen der Filmsequenzen zeigen Übereinstimmungen mit der Statur des Angeklagten.
Im Streit zwischen dem Bauverein und seinem ehemaligen Vorstand liegt ein Vergleich vor. © Symbolbild/dpa

Im Streit zwischen dem Soester Bauverein und seinem ehemaligen Vorstand Dr. Ulrich Berger könnte eine Einigung gefunden sein.

Soest – Der Soester Bauverein und sein ehemaliger Vorstand Dr. Ulrich Berger haben sich am Freitag (27. August) zum womöglich letzten Mal vor Gericht gegenübergestanden. Am Ende der zweistündigen Verhandlung vor der Zweiten Zivilkammer des Landgerichts Arnsberg lag ein Vergleich auf dem Tisch – dem Berger zustimmte und den die Vertreter des Bauvereins mitnahmen, um ihn innerhalb einer sechswöchigen Frist von den zuständigen Gremien bestätigen zu lassen oder bis zum 8. Oktober zu widerrufen.

Kommt der Vergleich zustande, erhält Berger rund 90 000 Euro für Entgelte, Weiterbildung und Kosten, die ihm entstanden seien, weil er seinen Dienstwagen nicht mehr habe nutzen können. Der jetzt vorliegende Vergleich ist ein Vorschlag der Kammer und entspricht zwei Dritteln der Forderung, die Berger für 34 Monate seit seinem Rauswurf geltend gemacht hatte.

Im September 2017 hatte der Bauverein sich von Berger und dessen Vorstandskollegen Gunnar Schelte getrennt, auch der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Machuletz musste gehen. Gegen alle drei erstattete der neue Vorstand Anzeige wegen Untreue. Die genauen Vorwürfe wurden nicht bekannt, die Staatsanwaltschaft stellte alle drei Verfahren im September 2018 ein. Schelte klagte gegen seine fristlose Kündigung und erlangte eine Einigung mit dem Bauverein. Berger gewann eine Kündigungsschutzklage und forderte bei einem früheren Gütetermin einen Mindestbetrag von 100 000 Euro. Der Bauverein hatte seine Höchstgrenze bei 30 000 Euro gesetzt und brachte diese Summe auch bei dem Termin am Freitag wieder an.

Doch der Vorsitzende der Kammer, Jörg Maus, ließ wenig Zweifel daran, zu wessen Gunsten eine Entscheidung des Gerichts ausfallen könnte, auch wenn einzelne Posten in Bergers Forderung strittig waren. Er habe „selten so viel Literatur gelesen wie in diesem Rechtsstreit“, ließ der Richter wissen und machte „durchaus interessante Rechtsfragen“ aus, an denen womöglich „auch die Kollegen des BGH ihren Spaß“ hätten. Trotzdem empfahl er dringend, eine gütliche Einigung zu finden. Andernfalls sei mit einer Revision und Berufung in höheren Instanzen und mit einem Ende der Auseinandersetzung frühestens in einigen Jahren zu rechnen.

Auch die Kosten des Vergleichs sollen, so er zustande kommt, zu zwei Dritteln von den Beklagten und zu einem Drittel von Ulrich Berger als Kläger getragen werden, so die Einigung.

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