53 Künstler kommen in den Bunker

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53 Künstler  - so viele wie nie zuvor - wählte die Jury für die Ausstellung "Kunst im Bunkr" aus.

Soest -  53 Künstler füllen ab Mitte Juli im Rahmen des Festivals „SoestArt“ für sechs Wochen den Weltkriegsbunker am Lütgen Grandweg mit Kunst.

Die Premiere von „Kunst im Bunker“ vor vier Jahren war ein so großer Überraschungserfolg, dass bei der zweiten Runde zwei Jahre später alle mitmachen wollten. Darum wurde eine Jury eingerichtet. Jetzt bei der dritten Runde von „Kunst im Bunker“ hat sich die Zahl der Teilnehmer mehr als verdoppelt. 

Der größte Teil der Teilnehmer  kommt aus der Umgebung. Auch die Künstlergemeinschaft, die früher in Soest lebte und arbeitete, und jetzt in Wettringen wirkt, ist dabei. Aber es kommen auch Künstler aus Heidelberg und Wien. Einige waren schon beim ersten Mal dabei und konnten den Erfolg von mehr als 400 Besuchern miterleben. Mancher ist ausgeschieden. Andere machen erst jetzt mit. Über die Teilnahme habe eine Jury entschieden, sagt Inga Schubert-Hartmann, Vorsitzende des Kunstvereins Soest, der die Ausstellung initiert hat. Insgesamt verspricht die Schau einen Überblick über das heimische Kunstschaffen. 

An der düsteren äußeren Erscheinung des Bunkers hat sich wenig geändert. Trostlose, graue Wände gemahnen an die Schrecken der Bombennächte. Aber das Innere hat seit der ersten Ausstellung deutlich gewonnen. Es gibt ausreichend elektrische Leitungen. Auf dem nackten Beton wurden Fußböden gelegt. Wände, an denen früher Graffiti prangte, wurden gestrichen. Sogar eine Dusche gibt’s mittlerweile im Bunker. Die Aufbruchstimmung der Premiere ist vorbei. 

Gleichwohl heißt es in der Ausschreibung: „Ziel ist es, an diesem so geschichtsträchtigen Ort eine Ausstellung zusammenzustellen, die in experimenteller Weise auf die besondere Atmosphäre und Geschichte des Bunkers eingeht.“ Viele Künstler beziehen sich mit ihren Arbeiten auf die frühere Funktion des Bunkers als Schutz- und Zufluchtsort. Andere deuten den Auftrag als Aufruf zur politischen Stellungnahme. Und wieder andere bringen persönliche Erfahrungen mit dem Krieg in ihre Werke ein.

53 Künstlern ausreichend Raum zur Präsentation ihrer Arbeiten auf den zwei Etagen des 400 Quadratmeter großen Bunkers zu geben, ist eine logistische Herausforderung. Glücklicherweise haben sich die Ausstellenden wie in den Vorjahren zu zweit oder dritt zusammengetan und zeigen Werke, die korrespondieren, sich ergänzen oder kontrastieren. 

Sozusagen „außer Konkurrenz“ laufen die Arbeiten von Federico Schiaffino und Angelina Wendrich mit Der Welveraner Schiaffino zeigt eine fast zwei Meter hohe Skulptur aus Spiegel und Stahl, die er unter dem Titel „America“ bereits 2009 schuf. Der Künstler will sie verstanden wissen als Symbol für den Irokesenindianer „Deganawida“, der den Frieden als Weltbund verstand. Im Zweiten Weltkrieg trugen US-Fallschirmspringer Irokesenschnitte. In den 70er-Jahren wurden diese von den Punk-Bewegung entdeckt. Heute ist er nur als zaghafter Protest wahrzunehmen. 

Auch die digitale Fotocollage „30 Jahre AIDS-Hilfe im Kreis Soest“ von Angelina Wendrich entstand nicht als Reaktion auf die Ausschreibung, sondern anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der AIDS-Hilfe im Kreis Soest. Für die Ausstellung "Kunst im Bunker" stellt der Frauenarzt Erwin Göckler-Leopold seinen Bunkter zum dritten Mal zur Verfügung. Auch das  "Liebeslebenmuseum"  darin ist in dieser Zeit geöffnet.

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