Soester Aldegrever-Gymnasium setzt voll auf digital

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Die Schüler freuen sich über einen kompletten Klassensatz an Tablet-Computern.

Soest – In der Oberstufe sind Tablets und digitaler Unterricht schon gang und gäbe; aber auch unter den jüngeren Schülern am Aldegrever-Gymnasium wird immer öfter eher ein iPad aus der Tasche gezogen als ein Papierblock oder Buch. Jetzt will die Schule zu 100 Prozent durchstarten.

Der nächste Jahrgang im Sommer wird konsequent digital unterrichtet; den Lehrern bleibt noch ein halbes Jahr, sich intensiv darauf vorzubereiten. „Wir warten dringend auf den Digitalpakt“, sagt Alde-Chef Martin Fischer. Zu lange hatten sich Bundesrat und Länder im Finanzierungs- und Kompetenzenstreit verhakt; aber es dauert noch, bis das Geld unten ankommt. „Die Wirtschaft erwartet das von uns“, Schüler digital fit zu machen, deswegen habe das Alde „sich schneller auf den Weg“ gemacht, als es vielleicht der Politik vorschwebt, so Fischer. 

Im Gegenzug, so berichtet Achim Zickwolf, der Vorsitzende des Fördervereins, sei er in den Soester Betrieben auf viele offene Türen und Ohren gestoßen, als er sie um Spenden für die Digital-Ausstattung gebeten habe. 30 000 Euro sind in diesem Jahr zusammengekommen. 

Dennis (18) und Dominik (17) sind in der Q2 und haben kaum noch Papier im Rucksack. „Allein für Mathe müssten wir etwa 300 Zettel mit Aufgaben und Lösungen ständig dabei haben.“ Die Schlepperei und vor allem die nervige Suche entfallen. Alles – selbst ihre handschriftlichen Notizen – haben sie digital auf ihrem Gerät, ein Stichwort reicht, das Benötigte wiederzufinden. 

Es sei kein bloßer Technik-Hype, sondern bringe die Schule auch pädagogisch nach vor, so Informatik-Lehrer Dr. Christian Krampe. Die Schüler können ihre Geometrie-Berechnungen ratzfatz der gesamten Klasse präsentieren. Sie schalten sich kurz ins Netz ein und projizieren ihre Arbeit über den Beamer auf die Leinwand im Klassenzimmer. Mittlerweile hängt in nahezu jedem Raum so ein Projektor. 

Als Lehrer kann sich Krampe alle Zwischenschritte bei der Schülerarbeit auf sein Tablet holen und schnell agieren: Hier ein Tipp per Mausklick für den langsameren Schüler, dort eine neue Aufgabe für den Schüler, der schon alles gelöst hat. 

Der Druck, voran zu machen, sei durchaus auch von den Eltern ausgegangen, sagt Daniela Loy von der Schulpflegschaft. Der Schulleiter ergänzt: Alle in der Schule seien überzeugt von Tempo und Richtung. 

Das Geld, das nächstes Jahr aus dem Digitalpakt über das Schulamt fließt, wird gleichwohl dringend benötigt. „Wir wollen damit unsere Netze in der Schule aufrüsten“, erläutert Informatiklehrer Henrik Düllmann. Denn nicht nur auf entlegenen Dörfern, sondern auch in verwinkelten Ecken der Schule gebe es durchaus noch Funklöcher.

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