Aus Soester Adam-Kaserne wird gerade "Belgisches Viertel"

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Die Baukräne drehen sich im neuen Belgischen Viertel; rechts die alten Militärblocks, die stehen bleiben, oben die Clevische Straße.

Soest – Aus der Luft sind sie sofort zu erkennen, von der Straße aus eher nicht: Im nordwestlichen Zipfel des weitläufiges Areals der Adam-Kaserne sind die ersten neun Wohnhäuser aus dem Boden geschossen; zwei Rohbauten sind so gut wie fertig. 

Im Spätsommer könnte also nach jahrzehntelanger Friedhofsruhe auf dem Kasernengelände neues Leben einziehen. Und es bleibt nicht bei diesen neun Neubauten. Für 17 weitere Eigenheime hat das Bauaufsichtsamt bereits Baugenehmigungen erteilt. teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. In Kürze dürften sich auch auf diesen Parzellen Kräne und Betonmischer drehen. 

Insgesamt ist auf den ersten drei Quartieren Platz für 40 neue Wohnhäuser. Kurz vor Weihnachten hatten Wirtschaftsförderung, Stadtwerke und eine Tiefbaufirma alles für den Verkauf und den Baustart hergerichtet: Kanäle und Leitungen verlegt, Wohnstraßen gebaut. Während also die ersten Eigenheimer ihre vier Wände hochziehen (lassen), sind die „Vorbereiter“ nur einen Steinwurf entfernt und kümmern sich um die nächsten 40 Bauplätze. 

Neue Wohnsiedlung soll Ende 2021 fertig sein

Ende 2021 soll alles fix und fertig und Soest um eine neue Wohnsiedlung reicher sein. Es wäre ein nahezu sportlicher Rekord. „Mit nur 31 Monaten dürfte das Quartier dann eine der kürzesten Entwicklungszeiten in 30 Jahren Konversionsgeschichte von Kasernen haben“, sagt Soests Wirtschaftsförderin Prof. Monika Dobberstein. Sie hatte den Auftrag, die alte Kaserne zu entwickeln und ihr Leben einzuhauchen, gleichsam als Begrüßungsgeschenk zu ihrem Amtseintritt im Herbst 2016 auf den Schreibtisch gepackt bekommen. 

mehr zum Thema: Adam-Kaserne

Wobei die Neubausiedlung bei der Adam-Kaserne nur die eine Seite der Medaille spiegelt. Die andere: Die sechs alten, teilweise unter Denkmalschutz stehenden Militärblocke (die früheren Mannschaftsunterkünfte) auf der Südseite hin zum Meiningser Weg. Bis auf den legendären Block 3 (der mit der französischen Kapelle unterm Dach), den die neue kommunale Soester Wohnungsgesellschaft zu preiswerten Mietwohnungen umbauen will, hat Dobbersteins Abteilung im Sommer vergangenen Jahres alles an Investoren und Bauträger verkauft.

Auch in diesen Alt-Lasten soll später mal gewohnt werden. Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen; die Investoren schlagen sich gerade mit giftigen, bleihaltigen Farben im Putz herum, die beseitigt werden müssen. 

Konzept für gemeinsames Museum

Den Block 3 hat sich sogar der Stadtrat für seine Sitzung am 8. Mai auf die Tagesordnung gesetzt. Er will nach dem Streit mit und in der Geschichtswerkstatt Französische Kapelle ein Konzept für das neue gemeinsame Museum verabschieden. Daran hängen nicht zuletzt ein Finanzkonzept und die Frage: Wie viel Geld ist der Stadtrat bereit, für das neue Museum (Umbau, Unterhaltung, Betrieb) auszugeben? 

Erst wenn diese Zahlen verlässlich sind, könnte auch die neue Soester Wohnungsgesellschaft den Umbau zu 30 Wohnungen in Angriff nehmen.

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