NRW-Städte sollen Lösungen für mehr Lockerungen finden

Soest will Corona-Modell-Kommune werden

QR-Code
+
So könnte es laufen: Wer ein Restaurant oder einen Laden betritt, scannt mal eben einen QR-Code am Eingang und hinterlässt somit seine digitale „Duftmarke“.

Die Stadt Soest hat jetzt offiziell ihre Bewerbung abgeschickt, um eine der fünf oder sechs Corona-Modell-Kommunen im Land zu werden. Das Arbeits- und das Gesundheitsministerium in Düsseldorf wollen nach Ostern entscheiden, wer definitiv mitmacht:

Soest – In den Orten sollen, so die Idee hinter dem Projekt, Lösungen für mehr Lockerungen bei gleichzeitig mehr digitalen Kontrollen ausprobiert werden.

Die Chancen für Soest dürften nicht schlecht stehen. Vor gut einer Woche hatte unsere Zeitung bereits berichtet, das Land habe bereits von sich aus Soest angesprochen, ob die Stadt nicht mitmachen wolle. Schließlich sei sie auch digitale Modellkommune und habe sich auf dem Gebiet erste Meriten verdient.

Stadt fängt nicht bei Null an

„Wir haben unsere Bewerbung zusammen mit dem Kreis Soest abgegeben“, sagt Rathaus-Sprecherin Brigitte Sliwa. Sie ist zuversichtlich, was den Erfolg der Kandidatur anlangt. Das Land habe nicht ohne Grund in erster Linie die digitalen Modellkommunen gefragt. Soest mit seinem Stadtlabor, seinen Bemühungen um „Smart-City“-Lösungen und vor allem seinen engen Kontakt zu Start-Ups und der Hochschule müsse in der Tat „nicht mehr bei Null anfangen“.

Eines dieser Start Ups ist die Soester Firma SWCode, die fertige Apps für die Kontaktverfolgung vorrätig hat und sich bereits in der Gastronomieszene sowie bei den Kliniken und Pflegeeinrichtungen einen Namen gemacht hat. Tausende Betriebe im In- und Ausland nutzen die digitalen Besucher-Managements, Millionen Besucher-Klicks sind erfasst.

Lückenlose Spuren

Denn darum geht es im Kern: Um Lockerungen zu wagen, müssen die Gäste und Besucher nicht nur ihren frischen Negativ-Test dabeihaben, sie müssen auch – am einfachsten per Smartphone – lückenlose Spuren hinterlassen, wo sie eingekauft, gegessen oder Veranstaltungen besucht haben. Kommt es zu Infektionen, soll die Rückverfolgung mit Hilfe der elektronischen Verknüpfungen fix erfolgen und Ansteckungsketten möglichst gleich am Anfang gekappt werden.

Die Mitarbeit des Kreises und seines Gesundheitsamts ist dabei umso wichtiger: Denn noch „hängt“ die für die Corona-Bekämpfung zuständige Behörde nicht an diesem Datenaustausch. Erst kürzlich hatte der Kreis hingewiesen, er wolle erst einmal Erfahrungen aus anderen Nachbarkreisen abwarten. So viel „Geduld“ dürfte demnächst einer Corona-Modell-Kommune schlecht zu Gesicht stehen. hs

Gütersloh steigt aus

Der Kreis Gütersloh hat seine Bewerbung um eine Modellregion zurückgezogen. Man habe auch so „alle Möglichkeiten, die uns derzeit angebracht erscheinen“, sagt Landrat Sven-Georg Adenauer. Mit einem negativen Testergebnis könne man von Lockerungen profitieren, die sonst mit der Ziehung der Notbremse nicht möglich gewesen wären. „Mehr Lockerungen und mehr Freiheiten sind aktuell nicht angebracht“, findet Adenauer und verweist auf die besorgniserregende Situation in den Krankenhäusern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare