Behälter bleibt stehen und bekommt Hinweis-Aufkleber

"Fehlwürfe" drin? In Soest werden Biotonnen regelmäßig kontrolliert

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Axel Sandow und Alexander Jolk achten darauf, was so alles in Soester Biotonnen landet. Ist etwas nicht in Ordnung hinterlassen sie einen Aufkleber und der Behälter bleibt stehen.

Soest - Als Mitarbeiter der Müllabfuhr sammeln Axel Sandow und Alexander Jolk viele Erfahrungen. Im Sommer, so erzählen sie, gebe es weniger als in der kalten Jahreszeit am Inhalt der Biotonne zu beanstanden. Wer einen Garten besitze, der brauche dann den Platz im grünen Behälter fürs Schnittgut.

Im Winter dagegen besteht mehr „Freiraum“. Nun rücken die „Störstoffe“ – sonst auch schon mal als Fehlwürfe bezeichnet – in den Blick: Die Mitarbeiter der Abfallentsorgung heben den Deckel, um nachzugucken, ob sich auch nur das im Eimer befindet, was dort korrekt hineingehört.

Ist nicht ordentlich sortiert, bleibt die Tonne stehen und bekommt einen Aufkleber mit Hinweisen, was nun zu tun ist. Eine Möglichkeit: Bis zum nächsten Abfuhrtermin nachbessern. Oder das Sammelsurium in die graue Tonne kippen. Die Biotonne kann auch kostenpflichtig bei der Restmüll-Abfuhr geleert werden. 

Axel Ruster: "In diesem Fall müssen sich die Benutzer vorher beim Kommunalbetrieb melden." Grüne Tonnen, die immer wieder falsch gefüllt werden, zieht der Kommunalbetrieb notfalls ab und ersetzt sie  durch einen grauen Container, dafür ist ein Obolus fällig.

Die regelmäßigen Sichtproben dienten nicht etwa dazu, die Bürger zu gängeln, heben Betriebsleiter Axel Ruster und Sachbearbeiter Rainer Wolf von den Kommunalbetrieben hervor. Vielmehr gehe es darum, die konstant gute Qualität des Börde-Kompostes beizubehalten, denn immerhin sei dieses hochwertige Produkt mit dem Gütesiegel ausgezeichnet.

 Außerdem diene die gesamte Aktion der Information, denn die Bürger haben es selber in der Hand, wie rein das „Schwarze Gold des Gärtners“ ist. Dass Pappgeschirr und Plastikbecher in der grünen Tonne nichts zu suchen haben, dürfte jedem klar sein. Doch wer meint, mit Bio-Tüten der Umwelt einen guten Dienst zu erweisen, liege falsch, sagt Rainer Wolf. Denn diese Beutel brauchen ewig, um zu verrotten, im Kreis Soest sind sie daher nicht zugelassen. 

Heyke Köppelmann sprach mit Axel Ruster und Rainer Wolf über das Thema, das alle Soester betrifft. In der Stadt stehen etwa 13 000 Biotonnen.

Wie genau nehmen es die Soester mit der Biotonne?
Wolf: Die Biotonne wurde 1995 im gesamten Kreisgebiet eingeführt. Die Sortiergenauigkeit war anfangs sehr gut, das hat aber nachgelassen. Damit noch guter Kompost entstehen kann, müssen die Störabfälle aussortiert werden.

Warum werden viele Tonnen falsch befüllt?
Ruster: Oft handelt es sich einfach um Unwissenheit. Oder die Leute handeln im guten Glauben. Sie verwenden Bio-Folienbeutel, die aber nicht ausreichend schnell verrotten und daher die Kompost-Qualität gefährden.

Was gehört auf keinen Fall in den Biomüll?
Ruster: Kunststofftüten, Restmüll, Glas, Bauschutt und Verpackungen sind nur einige Beispiele. Der Biomüll sollte am besten in Zeitungen eingewickelt oder in Papiertüten gesteckt werden.

Welches Ziel steckt hinter der Kampagne?
Wolf: Es ist uns wichtig, die Bürger zu informieren, und wir hoffen auf diese Weise, das Bewusstsein für eine saubere Sortierung zu erhöhen. Damit der Kompost den hohen Anforderungen entspricht und alle Gütekriterien erfüllt, ist ein hoher Aufwand erforderlich. Das Aussortieren ist zudem mit Kosten verbunden, für die letzten Endes der Bürger aufkommen muss.

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