Rettung durch das Heck

Unfall auf A44-Parkplatz: Lieferwagen-Fahrer in Lebensgefahr - „er steckte bis zur Brust im Blechknäuel“

Schwerer Unfall auf der A44 in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.
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Schwerer Unfall auf der A44 in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.

Auf der A44 bei Soest hat sich in der Nacht ein schlimmer Verkehrsunfall ereignet. Ein Paketbote wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Soest - Schwerer Unfall auf der A44 bei Soest in der Nacht von Donnerstag auf Freitag: Um 3 Uhr ging die Alarm-Meldung bei den Rettungskräften ein. Auf dem Parkplatz Ostönner Grund (Fahrtrichtung Dortmund) war ein Paket-Zusteller aus Wuppertal (47) mit seinem Lieferwagen in das Heck eines parkenden Sattelzuges gekracht.

Durch die Kollision wurde der Fahrer schwer in seinem Lieferwagen eingeklemmt. Die Feuerwehr Soest rückte mit einem Großaufgebot an. Doch einfach sollte es für die Einsatzkräfte nicht werden, den Mann zu befreien. „Es war sehr schwer, ihn raus zu bekommen“, berichtete Feuerwehrsprecher Kai Weets. „Er steckte bis zur Brustmitte in dem Blechknäuel“, schilderte Jürgen Wirth, Leiter der Feuerwehr Soest.

Da der Mann so schwer eingeklemmt gewesen war, sei es für den Notarzt problematisch gewesen, ihm Mittel gegen die Schmerzen zu verabreichen.

Durch die Kollision wurde der Lieferwagen stark deformiert.

Über die beiden Fahrzeugseiten bekam die Feuerwehr keinen entscheidenden Zugriff. So musste der Lieferwagen in Windeseile leer geräumt und die Wand zwischen Sitzbank und Laderaum herausgeschnitten werden. „Es waren parallel beide Rettungssätze im Einsatz. Jeder der 25 eingesetzten Kräfte hatte etwas zu tun“, so Wirth. Er betonte, dass vonseiten der Feuerwehr viel handwerkliches Geschick gefragt gewesen sei und berichtete, dass man für derartige Fälle glücklicherweise auf ein großes Schwarmwissen zurückgreifen könne.

Unfall auf der A44 bei Soest: Fahrer wird massiv eingeklemmt

Nachdem es über die Ladefläche einen Zugang zum Patienten gegeben hatte, galt es, den massiv eingeklemmten Fahrer mit schwerem hydraulischen Gerät aus seiner Lage zu befreien und über die Ladefläche nach hinten heraus aus dem Fahrzeug retten. Zur Befreiung musste unter anderem der Beifahrersitz entfernt werden.

Die Feuerwehr musste einen Zugang von der Ladefläche zum Fahrer schneiden.

Ein zeitraubendes Unterfangen: „Die technische Rettung hat 47 Minuten gedauert“, so Kai Weets. Ersten Einschätzungen zufolge erlitt der Fahrer schwerste Verletzungen im Bereich der Beine, des Beckens und des Brustkorbs. Er schwebt in Lebensgefahr.

Unfall auf der A44 bei Soest: Hubschrauber fliegt Fahrer in Spezialklinik

Mit dem nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber „Christoph Westfalen“ aus Greven wurde der Mann in die Spezialklinik Dortmund Nord geflogen. Der Hubschrauber landete auf der Autobahn. „Die Nachtlandung auf der Autobahn war eine Premiere. Früher konnten die Hubschrauber nachts nicht fliegen. So mussten wir vor der Landung eine Nahfeld-Erkundung durchführen, um einen sicheren Landeplatz auszumachen und zu markieren“, erklärte Jürgen Wirth.

Die Rettung des Fahrers nahm viel Zeit und Kraft in Anspruch.

Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten kam es zu Verkehrsstörungen.

Erst am Mittwoch hatte sich ein schwerer Unfall auf der A44 bei Werl ereignet. Dabei wurde der Fahrer eines Lkw massivst in seiner Kabine eingeklemmt.

Wir berichten weiter.

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