Digitales Rathaus: Soest wird NRW-Modellstadt

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Für immer mehr Dienstleistungen wird der Gang ins Soester Rathaus überflüssig. Per Mausklick lässt sich Vieles regeln.

Soest – Die Stadt Soest wird eine der fünf digitalen Modellkommunen in Nordrhein-Westfalen. Damit honoriert das NRW-Wirtschaftsministerium zum einen, was hier in Sachen Digitalisierung im Rathaus und anderen Verwaltungen bereits eingestielt worden ist. Zum anderen aber winken Soest Fördergelder, um noch besser auf dem Gebiet zu werden und somit anderen Städten und Gemeinden als Vorbild zu dienen.

Wer sich auf die Seite der Stadt Soest klickt und hier ein wenig stöbert, entdeckt schnell: So mancher Gang ins Rathaus ist eigentlich überflüssig – sofern man nicht mit dem freundlichen Mitarbeiter dort gern persönlich plauschen möchte. Ob es sich um eine Bewerbung für einen Job in der Stadtverwaltung handelt, ob der Stand des Bauantrags abgefragt werden soll, ob man ein Führungszeugnis benötigt oder einfach nur nachschauen will, ob ein Finder das verlorene Portemonnaie im Fundbüro abgegeben hat – alles lässt sich per Mausklick erledigen.

Eltern, die ihr Kind auf eine weiterführende Schule schicken wollen, können sofort am Laptop checken, ob Jan oder Jule ein kostenloses Busticket zusteht: Straße und Hausnummer eintippen, die gewünschte Schule anklicken – und schont gibt es den Schulweg auf den Meter (!) genau.

"Vertrauensvorschuss" des Landes

„Wir freuen uns sehr, dass wir uns an dem Projekt Digitale Modellregionen beteiligen können“, sagt Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer. Jörg Radandt vom Fachbereich Assistenz und Service, der mit seinen Kollegen an der Digitalisierung des Rathauses arbeitet, spricht von einem „Vertrauensvorschuss“, den das Land der Stadt Soest gewähre. „Wir glauben zwar, auf dem Bereich gut aufgestellt zu sein, doch die Aufnahme als Modellregion verleiht dem Prozess weitere Dynamik und bietet Chancen für zusätzliche Angebote.“

Von den fünf Vorzeige-Orten im Land, die nun das Thema Digitalisierung vorantreiben sollen, ist Soest der mit Abstand kleinste. Aachen, Wuppertal, Paderborn und Gelsenkirchen haben deutlich mehr Einwohner. Aber genau deshalb ist Soest vom Wirtschaftsminister gezielt herausgepickt worden: als Oberzentrum des Kreises und als Erprobungsraum für den ländlichen Raum. Im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg von der Lippe bis tief runter im Süden nach Siegen gilt Soest fortan als der Vorzeigekandidat in Sachen E-Government. Zu deutsch: Elektronische Verwaltung (oder Regierung).

Prof. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft und Digitalisierung, formuliert es so: Soest und die anderen Modell-Städte sollen „digitale Treiber (sein), um Schritt halten und anderen ein Beispiel geben zu können“.

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