Soest ist Schwerpunktthema im neuen Bildband fürs Erzbistum

+
Die Apsiskalotte des nördlichen Chores mit der Majestas Mierens ist den Autoren des Bandes eine ausführliche Beschreibung und zwei Fotos wert.

Soest/Paderborn - Der Titel ist schlicht – „Romanik und Gotik im Erzbistum Paderborn“. Der Inhalt ist jedoch hochkarätig: Auf 344 Seiten und mit zahlreichen brillanten Fotos haben die beiden Priester und ehemaligen Lehrer Theodor Ahrens und Roman Mensing sowie der Baufotograf Stanislaus Kandula 34 architektonische Dokumente christlichen Glaubens zusammengestellt.

Ursprünglich habe man vorgehabt, die beiden Stilepochen jeweils einzeln darzustellen wie im Band „Barock im Erzbistum Paderborn“, heißt es im Vorwort. Aber viele Kirchenbauten seien durch beide Stile geprägt, so dass man beide Phasen gemeinsam in einem Band behandelt habe.

Als Veröffentlichung des bischofsnahen Paderborner Bonifatius-Verlags gehen die Autoren natürlich ausschließlich auf die katholischen Gotteshäuser näher ein. Das ist gerade für Soest schade, denn hier gibt es exzellente Beispiele für romanische und gotische Baukunst und Kombinationen von beidem gerade in den protestantischen Kirchen. Aber diese auch noch aufzunehmen, hätte wohl den Rahmen des Buches gesprengt. Immerhin gibt es Hinweise auf die Nachbarkirchen, die wegen regionale Zusammenhänge notwendig wurden.

Das Triumphkreuz mit seinem expressiven Korpus hängt vom Gurtbogen des Chores im Dom herab.

Auch ohne die protestantischen Kirchen bleibt reichlich „Material“ in der Soester Altstadt übrig. Kein Wunder also, dass ein Schwerpunkt des Bandes in der Bördemetropole liegt. Hauptkriterium für die Auswahl sei die kirchen- und kunstgeschichtliche Bedeutung eines Gebäudes gewesen, heißt es im Vorwort. Vielleicht spielte ja auch die Soester Herkunft von Autor und Domkapitular Theodor Arens und die Liebe zu seiner Heimatstadt im speziellen Falle ein Rolle. Ausführlich beschrieben werden die Nikolaikapelle mit Wandmalerei und Ausstattung sowie der Patrokli-Dom.

Nach einem geschichtlichen Abriss gehen die Autoren auf einzelne Baukörper und die Ausstattung ein. Nur am Rande wird die verheerende Zerstörung des Zweiten Weltkriegs erwähnt. Beide Kapitel illustrieren gestochen scharfe, hervorragend ausgeleuchtete Fotos. Sie allein machen schon das Blättern im Band zum Genuss. Aus dem Kreis Soest werden St. Martinus in Benninghausen, St. Lambertus in Bremen, die Heilig-Kreuz-Kapelle in Drüggelte, St. Laurentius in Erwitte, die Stiftskirche St. Cyriakus in Geseke sowie die Madonna in der Wallfahrtsbasilika und St. Walburga in Werl beschrieben.

Theodor Ahrens, Stanislaus Kandula, Roman Mensing. „Romanik und Gotik im Erzbistum Paderborn“. Paderborn 2016, 346 Seiten ISBN/EAN 978-3-89710-587-4. Es kostet 39,90 Euro.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare