Drei statt vier Klassen

Schulklassen: Bezirksregierung bleibt gegenüber Alde hart

Keine guten Nachrichten aus Arnsberg: Die Bezirksregierung beharrt auf drei Eingangsklassen.
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Keine guten Nachrichten aus Arnsberg: Die Bezirksregierung beharrt auf drei Eingangsklassen.

Die Entscheidung der Bezirksregierung hatte für Kopfschütteln und Kritik gesorgt, weit über den Kreis der betroffenen Eltern und Schüler hinweg: Statt vier Eingangsklassen dürfen, so die Anweisung, im neuen Schuljahr am Aldegrever-Gymnasium nur drei gebildet werden. Auf die Proteste dagegen hat Arnsberg jetzt reagiert.

Soest – Weite Teile der Soester Politik, aber auch Eltern, die eine Unterschriftenaktion starteten, und die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Marlies Stotz hatten gegen die Anordnung protestiert – vor allem, weil sie nach den besonders herausfordernden Pandemiezeiten für viele Schüler zu maximal großen Klassenverbänden führen wird. Zu einem Sinneswandel führte das aber nicht bei der Schulaufsicht.

„Wir haben allen, die sich mit ihrer Kritik an uns gewendet haben, schriftlich mitgeteilt, dass es bei der von uns getroffenen Regelung bleiben wird“, erklärte eine Sprecherin der Bezirksregierung am Donnerstag gegenüber dem Anzeiger.

Und: Die Begründung dafür sei den Adressaten in dem Schreiben, das am Mittwochabend raus gegangen sei, ebenfalls mitgeteilt worden – allerdings hatten die potenziellen Empfänger diesen Brief am Donnerstag noch nicht erhalten.

Dennoch reagierten einige von ihnen enttäuscht, als sie vom Anzeiger die Nachricht erhielten, dass die Proteste vergeblich gewesen sind. Bernd Michel (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses, empfindet derart große Klassen als völlig untauglich, gerade für die besonderen pädagogischen Anforderungen in Folge der Pandemie und vermutet hinter der Entscheidung vor allem, dass es an Lehrern mangelt.

Seine Stellvertreterin Jutta Maybaum (Grüne) hatte in den vergangenen Wochen bei der Bezirksregierung mehrfach eine Antwort auf die Beschwerden angemahnt, vor allem mit Blick auf den nahenden Start des neuen Schuljahres. „Absolut kein Verständnis“ für diese Antwort hatte am Donnerstag ihre Fraktionsvorsitzende Anne Richter, die kritisierte, dass die Landesregierung in Reden gerne das Wohl der Schüler propagiere, tatsächlich aber wie in dieser Angelegenheit keinerlei Spielräume nutze, wenn es ganz konkret um dieses Wohl gehe.

Ins gleiche Horn stößt auch Andre Hänsch, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat. „Es ist einfach falsch, gerade in diesen Zeiten, wo viele Kinder gerade in den Eingangsklassen besondere Zuwendung brauchen, derart große Klassen vorzuschreiben“, kritisiert er.

Alde-Schulleiter Martin Fischer, der sich mit Stellungnahmen unter Verweis auf seine Dienstpflichten zurückgehalten hat, hat nun immerhin Planungssicherheit – die Arbeiten am neuen Stundenplan laufen auf Hochtouren.

Geteiltes Leid im Kreis

Neben dem Aldegrever-Gymnasium hatte die Bezirksregierung auch die Klasseneinteilungen am Werler Mariengymnasium und am Gymnasium in Erwitte korrigiert. Während bei der Werler Schule an der Reduzierung auf vier Eingangsklassen (statt fünf) festgehalten wurde, darf das Erwitter Gymnasium nun doch, so eine Sprecherin in Arnsberg, wie eigentlich vorgesehen, drei (statt zwei) Klassen bilden.

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