Ruthemeyer und Richter in der Stichwahl

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Die Grüne Anne Richter strahlt über ihr Ergebnis. Sie wird voraussichtlich in der Stichwahl am 27. September gegen Eckhard Ruthemeyer antreten.

Soest – „Hey, hey, hey!“, skandierten die Christdemokraten im „Hotel im wilden Mann“ am Markt, als am Sonntag gegen 22 Uhr Dr. Eckhard Ruthemeyer, der amtierende Bürgermeister, erschien.

Derweil brandete im „Alten Schlachthof“ am Ulricher Tor bei jeder neuen Meldung aus den Wahllokalen Jubel auf. 

Die Grünen hatten allen Grund sich zu freuen. Wie im ganzen Land hatten sie auf Kreis- und Stadtebene deutlich zugelegt.

Im „Altstadtcafé“ dagegen war die Stimmung gedämpft. Die Genossen lagen deutlich hinter den Ergebnissen der Grünen. 

Beim Rennen um das Bürgermeister-Amt wird es in Soest die erwartete Stichwahl in 14 Tagen geben. Zwar hat Amtsinhaber Eckhard Ruthemeyer einen klaren Vorsprung für sich verzeichnen können und seine beiden Herausforderinnen von SPD und Grünen abgehängt. Doch die nötige absolute Mehrheit hat Ruthemeyer wie schon vor sechs Jahren im ersten Anlauf verfehlt. 

Die beiden Spitzenkandidatinnen von SPD und Grünen, Bärbel Dittrich und Anne Richter, hatten sich zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Doch dann konnte sich Richter mehr und mehr von Dittrich absetzen und den zweiten Platz verteidigen. 

Die weiteren drei Bewerber um das Bürgermeisteramt landeten abgeschlagen auf den Plätzen: Für Andreas Kappelhoff (Bürgergemeinschaft) stimmten rund acht Prozent, für Willy Fischer (SO-Partei) fünf Prozent, für Winfried Hagenkötter (Linke) drei Prozent.

Die klassische Wahlveranstaltungen in Rat- und Kreishaus waren wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Darum blieben die Parteien an ihren einzelnen Treffpunkten jeweils unter sich. Genossen und SO-Partei hatten übrigens beide das „Altstadtcafé“ für ihre Zusammenkunft gewählt. 

Überall waren Leinwände aufgestellt, auf denen jeweils die jüngsten Ergebnisse der Auszählungen bekannt gegeben wurden. Und überall draußen saßen Menschen mit Handys, um aktuelle Zahlen zu bekommen.

Ruthemeyer, der zuvor im Rathaus gewesen und mit seiner Frau Susanne im „Hotel im wilden Mann“ erschienen, strahlte, gab sich gelöst und siegesgewiss. Er dankte seinen applaudierenden Parteifreunden für ihre Unterstützung: „Wir haben alle zusammen gute Arbeit geleistet“, sagte er. Zusammen mit den Sitzen von FDP und BG reiche es jetzt für eine Mehrheit im Rat, sagte er. 

Seine SPD-Herausforderin Bärbel Dittrich nahm ihre Niederlage gelassen. „Wir liegen halt im Landestrend“, sagte sie über ihre Partei. Vielleicht habe es auch eine Rolle gespielt, dass sie nicht aus Soest komme, vermutete die Wickederin. Für sie jedenfalls sei die Zeit in Soest super gewesen, die Soester seien eine tolle Truppe, bekannte sie, unterstützt von SPD-Vorsitzender Sandra Wulf.

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