Raser-Statistik: 915-mal war der Führerschein weg

Zahlreiche Temposünder erwischte die Polizei 2013. - Foto: Dahm

KREIS SOEST - Trotz massiver Tempokontrollen hatten die Autofahrer im Kreis Soest im vergangenen Jahr teilweise einen recht lockeren Gasfuß. Bei 915 Piloten war der Drang nach Geschwindigkeit sogar so groß, dass sie von Amts wegen ausgebremst wurden und auf den Führerschein verzichten mussten. 37 waren sogar Wiederholungstäter.

56 053 Verwarnungs- und Bußgeldbescheide hat die Bußgeldstelle des Kreises Soest 2013 verschickt. Genaue Zahlen liegen beim Kreis noch nicht vor, da am Jahresabschluss noch gearbeitet wird, aber auf der finanziellen Seite hat der Kämmerer schon einmal 2,75 Millionen Euro in den Haushalt eingepreist. In dieser Größenordnung dürfte die Summe erfahrungsgemäß liegen, mit der die allzu eiligen Autofahrer unfreiwillig den Kreishaushalt subventionieren.

Der „Spitzen-Raser“ des Jahres wurde auf der Autobahn 445 in einem Tempo-60-Bereich mit 145 Stundenkilometer gemessen, also mit 85 Sachen zu schnell.

Der übelste Temposünder außerhalb einer Ortschaft wurde am Südufer des Möhnesees mit 126 statt erlaubten 50 Stundenkilometern gemessen. Er musste ein Bußgeld von 600 Euro zahlen, erhielt vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei und drei Monate Fahrverbot. Auch auf Bundesstraßen waren die Raser nicht zu bremsen: Auf der B 517 bei Rüthen wurde ein Verkehrsteilnehmer mit 173 Stundenkilometer in einem Tempo-100-Bereich gemessen.

Empfindliche Geldbußen wurden aber nicht nur wegen allzu freier Interpretation von Geschwindigkeitsbeschränkungen verhängt. 218 Verkehrsteilnehmer, vier davon unter 21 Jahren, hatten sich mit Alkohol ans Steuer gesetzt.

„Auch wenn wegen der Neuerungen in unserem Berechnungssystem keine absoluten Vergleichszahlen genannt werden können, zeigt sich doch, dass die Zahl der Buß- und Verwarngelder rückläufig ist“, erklärte gestern Sachgebietsleiter Oliver Brandt. Er führt diese Entwicklung unter anderem darauf zurück, dass Blitzerstandorte veröffentlicht werden. Aber auch die 24-Stunden-Blitzmarathons der Polizei spielten eine Rolle. - mst

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