Vom Land nicht berücksichtigt!

Paukenschlag: Keine Hochwasser-Soforthilfe für Soest

Vor allem Hattrop war von den Starkregenfällen betroffen.
+
Vor allem Hattrop war von den Starkregenfällen betroffen.

Entgegen aller Erwartungen hat das Land NRW die Stadt Soest nicht für seine Hochwasser-Soforthilfe-Gelder berücksichtigt.

Soest - Die Stadt Soest setzt überraschend bis auf Weiteres die am Freitag angekündigte Auszahlung der Soforthilfe des Landes NRW an Betroffene des Unwetters vom 14. und 15. Juli aus. „Damit reagiert die Stadt auf die Information, dass das Land die Stadt Soest bei der Bereitstellung der Soforthilfe offenbar nicht berücksichtigt hat“, erklärte Stadtsprecher Thorsten Bottin.

Die Stadt Soest hatte die Auszahlung der Soforthilfe aufgrund einer Mitteilung des NRW-Krisenstabs von Donnerstag organisiert. „In dieser Mitteilung war die Soforthilfe an Privathaushalte und Unternehmen nicht auf bestimmte Landkreise, Städte und Gemeinden beschränkt worden“, erklärte Thorsten Bottin. Erst an diesem Montag erhielt die Stadt die Information, dass das Land die Soforthilfen für Privathaushalte und Unternehmen auf bestimmte Kommunen begrenzt. „Die Stadt Soest zählt nicht dazu. Damit stehen bedauerlicherweise keine Hilfsgelder für Betroffene des Hochwassers in Hattrop zur Verfügung“, so Bottin.

Keine Hochwasser-Soforthilfe für Soest: Stadt kontaktiert Staatskanzlei

Die Stadt Soest habe umgehend auf die neue Lage reagiert. Sie bemühe sich nun, bei der Sofortmittel-Vergabe nachträglich berücksichtigt zu werden und hat sich zu diesem Zweck an die Staatskanzlei in Düsseldorf gewendet. Bislang habe es noch keine Aussagen des Landes gegeben, warum die Stadt Soest bei den Hochwasser-Soforthilfen nicht berücksichtigt wird.

Im Vergleich zu den Katastrophengebieten an Erft und Ahr war die Stadt Soest sehr glimpflich durch die beiden Starkregen-Tage gekommen. Dennoch gab es auch hier - vor allem in Hattrop - teilweise teure Schäden an Gebäuden. Das Land versprach den Opfern der Unwetterkatastrophe eine Soforthilfe von bis zu 3.500 Euro pro betroffenem Haushalt. Für Unternehmen, Gewerbetreibende und freiberuflich sowie selbstständig Tätige sollte die Soforthilfe 5.000 Euro betragen.

Hochwasser-Soforthilfe: Stadt sollte wollte Anträge ab Montag entgegennehmen

Ab Montag wollte die Stadt Soest Anträge auf diese „Starthilfe“ entgegennehmen. Für die Antragsstellung setzte das Land einige Voraussetzungen: Antragstellende Personen oder Betriebe müssen glaubhaft nachweisen, dass sie ihren Hauptwohnsitz bzw. ihre Betriebsstätte in betroffenen Regionen haben und durch die Unwetterkatastrophe am 14./15. Juli 2021 Schäden erlitten haben.

Der entstandene Schaden muss nach eigener Einschätzung mindestens 5.000 Euro betragen und wird nach Einschätzung der Antragstellenden nicht durch Versicherungsleistungen ersetzt werden.

Die einmalig gewährte Soforthilfe für Privathaushalte beträgt 1.500 Euro pro Haushalt bzw. die erste Person im Haushalt sowie für jede weitere Person zusätzlich 500 Euro, maximal 3.500 Euro je Haushalt.

Die Soforthilfe für Wirtschaftsbetriebe beträgt pauschal 5.000 Euro pro Betriebsstätte. Sie dient der Abmilderung von finanziellen Belastungen für Räumung, Reinigung, kurzfristigem Wiederaufbau und Wiederanlaufausgaben. Die Soforthilfe gilt mit Auszahlung als zweckentsprechend verwendet, es ist also kein gesonderter Verwendungsnachweis nötig.

Wir berichten weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare