Parteien rufen zur Demo gegen rechts auf

Zum dritten Mal wollen Nazis in Soest protestieren, zum dritten Mal wollen Soester ihnen zeigen, was sie davon halten: absolut nichts. Das soll auch mit einem symbolischen Kehraus deutlich werden. - Archiv-Foto: Dahm

SOEST - Ein Bündnis aller im Rat der Stadt vertretenen Parteien ruft alle Bürger zu einer Gegendemonstration am kommenden Samstag gegen rechts auf.

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Am besten sollten die ungebetenen „Besucher“ am Samstag ja draußen bleiben. Aber weil die Neonazis, die sich für eine Demonstration angemeldet haben, ihre gesetzlichen Rechte wahrnehmen, werden sie auch vom Bahnhof bis zum Potsdamer Platz ziehen dürfen. Willkommen sind sie in Soest aber deshalb nicht.

Nach einem abschließenden Gespräch mit der Polizei gaben die Organisatoren am Mittwochabend Einzelheiten zum Ablauf der Veranstaltung bekannt. So wird zum Auftakt der unter dem Motto „Bunt statt Braun“ stehenden Demonstration gegen Rechts um 12 Uhr eine Kundgebung auf dem Markt beginnen.

Mehrere Redner, darunter Superintendent Dieter Tometten und John Milbert vom Verein Phönix, werden dabei ebenso auftreten, wie der Gitarrist und Sänger Alan Green, Musiker Paul Uti und ein DJ.

„Es ist uns wichtig“, so SPD-Ratsfrau Sandra Wulf, die zum Organisationsteam der Veranstaltung gehört, „dass hier Soester aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zu Wort kommen, die nicht aus der Kommunalpolitik kommen“.

Die Demonstration soll aber nicht nur die Ablehnung der ebenfalls demonstrierenden Rechten und ihres Gedankengutes deutlich machen, sie will auch daran erinnern, welches Leid die nationalsozialistische Schreckensherrschaft verursacht hat – und zwar mitten in Soest.

Entlang der in der Altstadt verteilten „Stolpersteine“, die an die Wohnsitze jüdischer Soester Familien erinnern, die von den Nazis deportiert wurden, wird der Demonstrationszug über den Steingraben, am Wall entlang über die Jakobistraße, die Puppenstraße und den Petrikirchhof zu den Rathausbögen führen, wo eine zweite Kundgebung stattfinden wird. Dort wird es dann auch ein weiteres Musikprogramm sowie einen Imbiss geben.

Zum Abschluss soll dann das Anliegen nicht nur verbal, sondern auch symbolisch verdeutlicht werden: Mit einem „Kehraus“ vom Dom bis zum Potsdamer Platz sollen auch die letzten „Hinterlassenschaften“ der rechtsextremen Besucher weggefegt werden – die dafür nötigen Besen sollten die Teilnehmer von „Bunt statt Braun“ möglichst aus den eigenen Beständen mitbringen. - kim

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