Pfeil zu dick

Anzeiger-Fotograf hat Ärger mit selbst gemalter Parkscheibe

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Dicker „Pfeil“, unklare Anzeige: Für die Parkraumwächter der Stadt ist diese Parkscheibe unzulässig.

Soest - Peter Dahm, Fotograf beim Soester Anzeiger, ist immer auf der Suche nach schönen Fotomotiven. Doch als er jetzt an der eigenen Windschutzscheibe direkt hinter seiner (fast) korrekt eingestellten Parkscheibe im „Hohen Weg“ ein „Knöllchen“ entdeckte, da hat er vor lauter Betroffenheit doch glatt vergessen, auf den Auslöser zu drücken.

Zwar kommt die Dahm‘sche Scheibe nicht rosarot daher – so wie vor ein paar Tagen bei einem Fall in St. Augustin. Doch die vorbildlich in blau und weiß gehaltene Parkzeitanzeige hat trotzdem einen Schönheitsfehler.

Der Pfeil, der eigentlich ganz exakt auf eine Uhrzeit hinweisen soll, ist ziemlich dick geraten. „Die Parkscheibe hat mein Sohn selbst gemalt“, argumentiert Dahm angesichts einer tatsächlich vorhandenen kindlichen Übertreibung. 

Parkwächter haben keinen Spielraum

Was für ihn eine liebevolle Verbindung zur Familie daheim bedeutet, ist für die Parkwächter der Stadt Soest schlicht inakzeptabel. „Die Parkscheibe deckt ja mit diesem weißen Fleck einen Zeitraum von fast zwei Stunden ab“, sagt Pressesprecher Thorsten Bottin. Deshalb sei nicht ersichtlich, wann die Parkzeit tatsächlich begonnen habe. Von „zu viel Interpretationsspielraum“ spricht der Pressesprecher. Weil diesen Spielraum die Parkwächter der Stadt eben nicht haben, gab es das Knöllchen. 

Wer glaubt, die Ankunftszeit mit blauer Tinte auf einen weißen Zettel schreiben zu dürfen, befindet sich ebenfalls auf dem Holzweg. Der Hintergrund: Auf einen Blick soll für die Überwacher der Parkräume klar sein, was in Sachen Ankunft Sache ist.

„Wir wollen mit unseren Maßnahmen die Frequenz auf den Parkplätzen hoch halten“, argumentiert Pressesprecher Thorsten Bottin noch, „damit wir möglichst vielen Menschen die Chance geben, einen Parkplatz zu finden.“

Übrigens: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gab es in St. Augustin am Ende doch keine Verwarnung für die Autofahrerin mit der ordnungswidrigen Parkscheibe. Die Leute da sahen die Sache dann doch durch die rosarote Brille. Eine Vorgehensweise, mit der sich auch Anzeiger-Fotograf Peter Dahm anfreunden könnte.

Für alle Autofahrer hier noch einmal die wichtigsten Fragen und Antworten zum Parken mit Parkscheibe:

Welchen gesetzlichen Vorgaben muss die Parkscheibe genügen?

Größe: mindestens elfmal 15 Zentimeter; Farbgebung: blaue Umhüllung und weiße Scheibe mit Zeitangaben; Zeitangaben: Anzeige von vollen und halben Stunden; Ziffern und Schrift: müssen DIN 1451, den sogenannten „Schriften für den Straßenverkehr“, entsprechen.

Bei allen Vorschriften ist es jedoch in aller Regel unerheblich, ob die Parkscheibe aus Pappe oder Plastik besteht. Und auch ein integrierter Eiskratzer an einem der Ränder einer Kunststoff-Parkscheibe lässt diese nicht gleich ungültig werden. Es handelt sich vielmehr schon um einen Standardzusatz. So haben die Autofahrer nicht nur die Parkscheibe, sondern auch immer einen Eiskratzer dabei, sollten im Winter einmal die Scheiben zufrieren.

Ist es billiger, gar keine Parkscheibe zu nutzen anstatt die Parkzeit zu überschreiten? 

Das kommt darauf an. Wer keine Parkscheibe auslegt, wird in Soest mit 10 Euro verwarnt. „Doch die Politessen kontrollieren dann, wie lange die Autos stehen, so dass sich der Betrag noch erhöhen kann.“ Das bedeutet: Wer nur ein paar Minuten überschreitet, zahlt 10 Euro; bei mehr als einer halben Stunde sind 15 Euro fällig; mehr als eine Stunde schlägt mit 20 Euro zu Buche und mehr als zwei Stunden werden mit 25 Euro geahndet.

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M.S.
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