Soest wird Modellkommune

Wirte freuen sich über Öffnung - haben aber auch Sorgen

Noch sieht es bei der Gastronomie - wie hier vor dem Wilden Mann am Marktplatz - trübe aus. Doch ab dem 19. April dürfen die Wirte draußen wieder Gäste bedienen.
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Noch sieht es bei der Gastronomie - wie hier vor dem Wilden Mann am Marktplatz - trübe aus. Doch ab dem 19. April dürfen die Wirte draußen wieder Gäste bedienen.

Soest wird Modellkommune - das bedeutet, dass Gastronome auf den Außenterrassen ab dem 19. April wieder Gäste bewirten dürfen - sofern das Restaurant oder Café innerhalb der Wälle liegt und der Gast einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest vorweisen kann. Wir haben einige Soester Wirte nach ihrer Meinung zu den Öffnungen befragt.

Thorsten Pälmer, Inhaber des Hotels/Restaurants Im Wilden Mann, findet es gut, dass es nun für die Leute wieder eine Chance gibt, mal raus zu gehen, Essen zu gehen und wieder ein Stück Normalität erleben zu können. Das hatte die Landesregierung am Freitag bekannt gegeben. „Das freut uns Gastronome“, sagt er. Er darf die Außengastronomie ab dem 19. April öffnen, weil sein Betrieb innerhalb der Wälle liegt. So hat es die Landesregierung bestimmt. Gleichzeitig sieht Pälmer aber auch ein „unbestimmtes Restrisiko“ für die Wirte.

„Man kauft die Ware ein und macht und tut, und plötzlich heißt es, man muss doch wieder schließen und man bleibt auf den Lebensmitteln sitzen. Das habe ich nun bei zwei Lockdowns erlebt“, so Thorsten Pälmer. Deshalb will der Gastronom erstmal mit einer kleineren Speisekarte starten. Bei der Veranstaltung der Stadt, wo die Wirte informiert wurden, war Thorsten Pälmer nicht dabei. Seine Frau Yvonne war am Samstag bei der Informationsrunde anwesend. „Es sind noch viele Fragen offen, die in dieser Woche geklärt werden müssen, bevor wieder geöffnet wird. Wie viele Gäste dürfen kommen, wie groß müssen die Abstände sein, wie registrieren sich die Gäste und wie kontrollieren wir das?“, sagt Yvonne Pälmer Geklärt werden müsse auch noch, ob die Gäste vorher verbindlich reservieren müssen, oder ob sie, solange es freie Plätze gebe, sich spontan hinsetzen und sich verwöhnen lassen können.

Außengastronomie: Das Wetter spielt die Hauptrolle

Thomas Greul betreibt zwei Restaurants innerhalb der Wälle: Das Restaurant Drei Kronen in der Jakobistraße und das Soester Frühstückscafé im Jakobihof. Das Restaurant Drei Kronen verfügt über einen Biergarten hinter dem Haus. Dort ist Platz für acht Tische und 16 Personen. Greul freut sich, dass es wieder los geht. Dennoch sieht er die Öffnung auch skeptisch. „Meine Stammkundschaft ist zwischen 60 und 80 Jahre alt. Einige davon sind schon geimpft, aber ich bezweifle stark, dass die jedes mal, bevor sie einen Kaffee trinken wollen oder ihr Mittagessen bei mir einnehmen möchten, einen Schnelltest machen.“ Das sei vielen zu lästig, meint der Wirt.

Auch Greul wartet noch auf Informationen der Stadt. Ob die Außengastronomie genutzt werde, hänge auch stark vom Wetter ab. „Es soll kühl bleiben, und wer setzt sich bei 13 Grad und Regen nach draußen?“. Ob seine treue Kundschaft, die wie gesagt oft über 60 Jahre alt sei, das in Kauf nehme, bezweifelt Greul. Trotz allem ist auch er mit dabei, wenn es ab dem 19. April draußen wieder los geht, da will er sich nichts nachsagen lassen.

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