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In böser Absicht: Soester meldet Wohnungsbrand - Großaufgebot an Rettungskräften sucht das Feuer vergeblich

Schnell erhärtete sich der Verdacht der Polizei gegen einen 42-jährigen Soester.
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Schnell erhärtete sich der Verdacht der Polizei gegen einen 42-jährigen Soester. (Symbolfoto)

Ob diesem Mann aus Soest bewusst war, was er da für einen Stein ins Rollen bringt? Eines ist jedenfalls klar: Dieser Anruf in der Rettungsleitstelle war deutlich mehr als ein schlechter Scherz. Das bekommt der Mann nun auch zu spüren. 

Soest - Um 21.37 Uhr wurden am Montagabend die Einsatzkräfte beider Innenstadtzüge der Feuerwehr Soest von den heimischen Sofas und aus den Betten gerufen. „Wohnungsbrand“ lautete das Alarmstichwort, das bei allen den Puls nach oben schießen lies. Der Anrufer hatte über den Notruf gemeldet, dass dichter schwarzer Rauch aus einem der Fenster dringe. 

Viele Menschen schlafen zu dieser späten Uhrzeit bereits, mancher bekommt vielleicht gar nicht mit, dass es im Haus brennt. So schossen den Rettungskräften dramatische Gedanken durch den Kopf: Was, wenn da noch Menschen drin sind? Bekommen wir alle rechtzeitig raus? 

Böswilliger Fehl-Alarm in Soest: Großaufgebot an Rettungskräften rückt aus

So waren nach wenigen Minuten die ersten Löschfahrzeuge auf dem Weg zu dem Haus an der Ulricherstraße, Feuerwehrleute rüsteten sich schon auf der Anfahrt mit Atemschutzgeräten aus, um vor Ort keine Zeit zu verlieren. Auch die Polizei und zwei Rettungswagen eilten herbei. 

Die Adresse war einigen bereits bekannt: Erst Anfang Dezember musste in einer Wohnung des Hauses ein Kleinbrand gelöscht werden. Zwei Männer kamen damals unter dem enormen Einfluss von Betäubungsmitteln ins Krankenhaus. Die Polizei stellte zahlreiche Drogen sicher. 

Böswillige Alarmierung in Soest: Es gab kein Feuer zu löschen

Doch als die Einsatzkräfte am Montagabend eintrafen, herrschte Verwirrung bei ihnen und auch einigen Anwohnern, die von den Martinshörnern aufgeschreckt nach draußen geeilt waren: Nirgends konnte ein Feuer, geschweige denn ein Wohnungsbrand festgestellt werden. 

Schnell war klar, dass es sich um eine sogenannte böswillige Alarmierung handeln musste. Und schnell fiel der Verdacht der Polizei auf einen Bewohner des Hauses, der sich Anzeiger-Informationen zufolge gegenüber den Einsatzkräften zuvor selbst noch verwundert gezeigt hatte, was denn überhaupt hier los sei. 

Missbrauch von Notrufen: Polizei hat den Verdächtigen schnell im Visier

Der Verdacht erhärtete sich und so schrieben die Ermittler eine Anzeige gegen den 42-jährigen Soester. Vorwurf: Missbrauch von Notrufen. Laut Strafgesetzbuch könnten eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe die Folge sein. 

Nur 13 Minuten nach der Alarmierung konnte die Feuerwehr, die mit elf Fahrzeugen ausgerückt war, wieder den Weg zum Gerätehaus antreten.

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