Einkommesquelle bleibt aus

Aus für Allerheiligenkirmes: Absage kostet Millionen

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So groß war die Zahl auf dem Kirmescountdown noch nie.

Die Soester Allerheiligenkirmes fällt aus, das ist jetzt traurige Gewissheit. Spurlos geht das nicht an den Beteiligten vorbei.

Soest – Für manche ist sie einfach nur ein fünf Tage langer Spaß, für andere ist sie Religion. Und für wieder andere ist die Allerheiligenkirmes vor allem viel Arbeit und eine wichtige Einkommensquelle. Dazu gehören natürlich die Schausteller – aber nicht nur sie trifft die Absage des größten Soester Volksfestes in diesem Jahr hart. 

Kirmes-Günther hatte es schon geahnt: Den stadtbekannten Countdown im Fenster seiner Wohnung in der Altstadt, der die Tage bis zur nächsten Kirmes herunter zählt, hatte Günther Wirges schon vor einigen Tagen umgestellt – auf 513. 

Kirmesfan hat Verständnis

So groß war die Zahl noch nie – schließlich war der größte Kirmesfan der Stadt noch gar nicht geboren, als die Kirmes zum letzten Mal ausgefallen war. Bei aller Traurigkeit über die Absage, hat er doch Verständnis dafür – und klammheimlich sogar schon daran gedacht, im anderen Fall im November das Weite zu suchen. 

Er hätte die Durchführung der Großveranstaltung für gesundheitsgefährdend gehalten und wäre ihr, schweren Herzens, lieber fern geblieben. 

Satte Einbußen für örtliche Betriebe

Deutlich handfester als der doch eher emotionale Schaden bei Kirmes-Günther sind die Auswirkungen der Kirmesabsage für Betriebe in der Stadt und in der Region und deren Mitarbeiter. Dazu zählt natürlich die Gastronomie in der Altstadt, die einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes in den Kirmestagen macht – und nicht zu vergessen auch die Unternehmen in der Lieferkette, die sowohl auf dem Kirmesgelände als auch in den Restaurants und Kneipen für den Warennachschub sorgen. 

Ein Beispiel: Alleine am Pferdemarktdonnerstag werden Frühstücke in der Gastronomie in Schichten angeboten – wenn hungrige Besucher denn früh genug reserviert haben, oft schon ein Jahr im Voraus. Da bricht in diesem Jahr alleine schon ein riesiger Umsatz weg. 

Genaue Zahlen noch nicht möglich

Gleiches gilt aber auch für alle Hotels und Pensionen in der Stadt und um Soest herum. Sie sind um die Kirmes herum ausgebucht, in diesem Jahr wird das anders aussehen. 

Deutlich schlechtere Tage stehen außerdem unzähligen Dienstleistern bevor, wie Taxibetrieben und Verkehrsunternehmen wie die Bahn, die RLG oder die Westfalenbus. Genau zu beziffern sind die Einbußen für die heimische Wirtschaft nicht. 

Klar ist, dass die Absage der Kirmes nur eine weitere Hiobsbotschaft in diesem Jahr ist, nachdem alleine in Soest bereits der Altstadtfrühling, das Kneipenfestival und der Bördetag ausgefallen sind.

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