Der erstaunliche Weg des Erwachsenwerdens

SOEST - Kein Tag ist wie der andere. Wie auf einer aufregenden Erlebnisreise mit vielen faszinierenden Stationen ergeben sich andauernd neue Eindrücke, immer wieder beachtliche Effekte, Erlebnisse, Erfahrungen. „Wachsen, reifen, sich entwickeln – ein spannendes Abenteuer“, weiß Prof. Dr. Ulrich Wahn.

In der Kinder-Uni wird er die jungen Studenten mitnehmen auf den erstaunlichen Weg zum Erwachsenwerden, der ständig Verblüffendes, Besonderes und Bemerkenswerten zu bieten hat.

„Ich war noch nie so aufgeregt vor einem Vortrag“, schmunzelt der Kinderarzt, an der Charité in Berlin lange Zeit Direktor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie. Oft steht er vor großer Zuhörerschaft, spricht etwa vor Vertretern der internationalen Fachwelt. In Soest aber, so weiß er, erwartet ihn ein außergewöhnliches, ein anspruchsvolles und aufmerksames Auditorium: Kinder stürmen den Saal, sie kommen, um zu hören, zu sehen, zu verstehen, zu schauen, zu staunen – und das alles unter dem Motto „Wissen macht Spaß“.

Eine ungewohnte Aufgabe und eine große Herausforderung – auch für einen Wissenschaftler, dem die Materie seit Jahrzehnten vertraut ist. Was sich Prof. Ulrich Wahn für den Nachmittag vorgenommen hat? „Ich möchte den Blick öffnen, möchte neugierig machen und zum Staunen anregen“, antwortet er. Wahn nennt ein Beispiel, um klarzumachen, was es bedeutet, wenn Babys die Welt um sich herum erkunden. Junge Eltern, Omas, Opas freuen sich riesig, wenn das Kleine in der Wiege zum ersten Male das Räppelchen in die Hand nimmt. Ob sie sich aber auch Gedanken darüber machen, welche großartige Leistung hinter diesem nur scheinbar schlichten Griff zum Spielzeug steckt, der so vielen Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubert? Ulrich Wahn: „Was gehört nicht alles dazu, was muss das Kind bis dahin nicht alles gelernt haben, welche Signale nimmt es auf und setzt sie um?!“ Das alles sei großartig und ganz und gar nicht selbstverständlich. Diese Faszination möchte er den Kindern nahebringen.

Ulrich Wahn kehrt an die Stätte seiner Jugend zurück. Soest gehört zu seinem Leben, drei- bis viermal im Jahr stehen Besuche in der alten Heimat an – wo die Menschen den Namen Wahn sofort mit der früheren Kinderarztpraxis am Aldegreverwall verbinden. Mit den Enkeln geht’s bei diesen Stippvisiten ins Burghofmuseum und in die Kirchen, um der Geschichte nachzuspüren. „Ich habe die Stadt in allerbester Erinnerung“, schildert der gebürtige Soester, der 1965 am Aldegrever-Gymnasium sein Abitur ablegte.

„Gerade dieser Schule habe ich viele Impulse zu verdanken“, betont er. Daher überlegte er nicht lange, sondern sagte ja, als er von der Kinder-Uni hörte und ihm die Frage gestellt wurde, ob er nicht ein Thema seines Faches einbringen möchte. „Das ist eine gute Gelegenheit, etwas von dem zurückzugeben, was ich von der Schule bekommen habe.“ Er freut sich auf den Termin in Soest – und auf die vielen neuen Eindrücke, die er sammeln wird. So macht auch ein Professor im Ruhestand seine Studien und lernt dazu. Er ist schon mächtig gespannt drauf. - Köp.

Kinder-Uni, 1. Februar, 17 Uhr, im Aldegrever-Gymnasium.

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