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Karussell-Tester nehmen Fahrgeschäfte auf Soester Kirmes unter die Lupe

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Von: Vanessa Moesch

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Time Machine sorgte für eine Menge Spaß. Das Fahrgeschäft steht auf dem Platz der AOK.
Time Machine sorgte für eine Menge Spaß. Das Fahrgeschäft steht auf dem Platz der AOK. © Peter Dahm

Am Mittwoch startete die 683. Allerheiligenkirmes mit alten und neuen Karussells. Und die mussten natürlich von uns getestet werden.

Soest - Dröhnende Musik, der Geruch nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte und der Standardspruch „Ich will alle Hände sehen!“, der aus fast jedem Lautsprecher schallt. Dazu eine gehörige Portion Nebel und viel G. Damit sind nicht nur die 3G-Regeln gemeint, sondern auch die Beschleunigungskräfte bei den Fahrgeschäften.

Fast drei Stunden habe ich mit zwei Freiwilligen, die, wie viele andere auch, auf unseren Facebook-Post aufmerksam geworden waren und sich in der Redaktion gemeldet haben, auf der Kirmes verbracht. Vom Bahnhof aus haben wir uns mit der Hilfe zweier Schausteller durch die Innenstadt geschlängelt. Insgesamt testeten wir sieben Fahrgeschäfte.

Karusselltester und Helfer

Unser erster Karusselltester heißt Sascha Vorbeck (37). Er ist gelernter Elektriker und wohnt in Soest. „Ich fahre eigentlich alles. Egal wie hoch oder wie schnell es ist“, sagt Sascha.

Auch Vivien Gilberg (26) freut sich bereits auf den Test der Fahrgeschäfte. Sie ist gelernte Landschaftsarchitektin und lebt in Günne.

Sascha Vorbeck und Vivien Gilberg haben bei ihrer Fahrt mit Mr. Gravity viel Spaß und genießen den Adrenalinschub.
Sascha Vorbeck und Vivien Gilberg haben bei ihrer Fahrt mit Mr. Gravity viel Spaß und genießen den Adrenalinschub. © Peter Dahm

Als Volontärin bin auch ich (22) mit dabei. Die Kirmes gehört für mich einfach zu Soest dazu.

Allerdings dürfen auch unsere Begleiter nicht vergessen werden. Im perfekten Zickzack und mit viel Witz und Humor führen uns der Betreiber des „Big Monster“, Raoul Krameyer und Frank Oberschelp, der Betreiber von „Mr. Gravity“, durch die verwinkelten Gassen von Soest zu unseren Test-Karussells.

Robotix war Vivien Gilbergs Nummer 1.
Robotix war Vivien Gilbergs Nummer 1. © Peter Dahm

In sechster Generation betreiben beide Schausteller ihre Fahrgeschäfte. „Nach dem Schulabschluss bin ich sofort ins Schaustellergeschäft eingestiegen“, erklärt Krameyer. Oberschelp hat sich mit gerade einmal 21 Jahren sein erstes eigenes Karussell gekauft. „Mein erstes Fahrgeschäft ist dem „Robotix“ sehr ähnlich. Es hieß „Move it“, erinnert er sich.

Adrenalin und Blutdruckmesser

Bevor es zu den verschiedenen Fahrgeschäften geht, wird der Blutdruck gemessen, um zu überprüfen, wie der Körper auf hohe und schnelle Karussells reagiert. Sascha ist schon vor dem Test aufgeregt und hat einen Blutdruck von 158 zu 102 und einen Puls von 119. Bei Vivien wird ein Blutdruck von 141 zu 88 mit einem Puls von 120 gemessen und mein Blutdruck beträgt vor dem Test 122 zu 87. Mein Puls liegt bei 107.

„Ein normaler Blutdruck liegt zwischen 130 oder 140 zu 80“, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Heinz Heinrich Ebbinghaus. Bei turbulenten Karussellfahrten könne der Blutdruck aufgrund des Adrenalins kurzzeitig bei 180 oder 200 liegen. Das sei aber normal, solange der Blutdruck nach einer kurzen Zeit wieder runtergehe, sagt Ebbinghaus.

Ein Erinnerungsfoto zum Abschluss. Von links: Raoul Krameyer, Vanessa Moesch, Sascha Vorbeck, Vivien Gilberg und Frank Oberschelp.
Ein Erinnerungsfoto zum Abschluss. Von links: Raoul Krameyer, Vanessa Moesch, Sascha Vorbeck, Vivien Gilberg und Frank Oberschelp. © Privat

Die erste Fahrt im „Mr. Gravity“ haben Sascha und Vivien gut überstanden. Beiden zaubert das Fahrgeschäft ein Lächeln ins Gesicht.

Nach der Fahrt wird prompt mit Begleitern auf eine schöne Kirmes angestoßen. Mit einem Bullenauge versteht sich.

Auch das zweite Karussell, den „Aeronaut“, nehmen sie mit Gelassenheit. In 80 Metern Höhen kreisen die beiden Runde um Runde. „Mir hat die Fahrt sehr gut gefallen. Der Ausblick war sehr schön“, berichtet Vivien hinterher. Wo normalerweise der „Happy Sailor“ seinen festen Standort hat, schwingen nun die Gondeln der Petersburger Schlittenfahrt. Doch zu unterschätzen ist dieses Fahrgeschäft nicht. Nach mehreren Runden des turbulenten Auf und Ab und insgesamt vier Zugaben kann man kaum noch geradeaus laufen.

Im Big Spin ging es hektisch auf und ab.
Im Big Spin ging es hektisch auf und ab. © Peter Dahm

„Das hat schon Spaß gemacht, aber nichts geht über „Happy Sailor“, macht Sascha klar und trauert dem Traditionskarussell nach.

Nach dieser Fahrt setzen Sascha und ich erst einmal eine Runde aus. Vivien testet für uns das neue Fahrgeschäft „Robotix“, ein Überkopfkarussell. „Ich habe gar nicht gewusst, dass es das gibt. Ich fand die Fahrt sehr cool“, sagt sie. Ihr Blutdruck ist gleicher Meinung und liegt nach dem Spaß bei 148 zu 100 mit einem Puls von 113.

Neuheiten und alte Bekannte

Vom „Robotix“ wechseln wir zu einer weiteren Neuheit in Soest: „Time Machine“. Für ein Rundkarussell sehr entspannend.

Ganz anders sieht es da bei Big Spin aus. Sascha und ich wagen den Schritt und lassen uns auf und ab katapultieren und zu beiden Seiten schleudern. „Das ist wie Trampolin springen“, findet Sascha.

In 65 Meter Höhe wagt sich Vivien dann beim „Airborne“. „Man hatte eine tolle Aussicht, aber es war etwas kalt da oben. Es war richtig gut“, berichtet sie hinterher. Das bestätigt auch ihr Blutdruck, denn der liegt jetzt bei 167 zu 119, das Herz schlägt pro Minute 129 Mal

„Es hat mir heute wirklich sehr viel Spaß gemacht. Auch die Chance, mal mit den Schaustellern zu sprechen, habe ich gerne genutzt“, sagt Vivien. Und die beiden Schausteller Frank und Raoul? Die haben Viviens, Saschas und meine Hände gesehen – sehr oft.

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