Hellmich zieht nach einem Jahr Bilanz

Wolgang Hellmich im Gespräch mit einem Bundeswehr-Offizier aus Anröchte im lager Mazar-e Sharif in Afghanistan. - Foto: Privat

KREIS SOEST - Fast auf den Tag genau vor einem Jahr erhielt Wolfgang Hellmich den Anruf, der sein Leben verändern sollte. Michael Groschek, SPD-Abgeordneter im Bundestag, wechselte  ins Düsseldorfer Kabinett, seinen Platz in Berlin nahm dafür Hellmich ein. Gegenüber dem Anzeiger zog der Sassendorfer jetzt eine Bilanz.

Wie andere Neulinge im Parlamentsbetrieb auch habe er sich erst einmal mit den „komplexen Strukturen“ des Bundestages und seiner Verwaltung vertraut machen müssen, so Hellmich. Das sei aber relativ schnell gegangen, nicht zuletzt, weil er in Berlin auf zahlreiche vertraute Gesichter und alte Weggefährten aus der Landespolitik getroffen sei. „Das hat Manches einfacher gemacht“, räumt der 55-Jährige ein.

Ziemlich anspruchsvoll sei allerdings das Einarbeiten in die Details der Verteidigungspolitik gewesen, mit der sich Hellmich unmittelbar nach seinem Eintreffen in Berlin als Mitglied des entsprechenden Ausschusses intensiv befassen musste. Der stand in den vergangenen Wochen besonders stark im Fokus der Öffentlichkeit, weil sich hier der Fachminister Thomas de Maizière für das spektakuläre Scheitern eines Drohnen-Projektes verantworten musste.

Und das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen: Am Mittwoch wird sich ein Untersuchungsausschuss zu diesem Thema gründen, zu dem für die Sozialdemokraten auch Hellmich gehören wird – mit unmittelbaren Auswirkungen auf den Wahlkampf, in den sich der Sassendorfer, der bei der Bundestagswahl im September erneut kandidiert, eigentlich mit voller Kraft stürzen wollte. „Da werde ich an vielen Tagen in Berlin sein müssen, anstatt Termine im Wahlkreis wahrnehmen zu können“, ärgert sich Hellmich zwar ein bisschen, hofft aber andererseits darauf, dass die heimischen SPD-Unterstützer seine Arbeit während der „heißen Wochen“ umso offensiver kommunizieren werden.

An Themen sollte es dabei nicht mangeln. Hier sieht er besonderen Handlungsbedarf beim Thema Kinderbetreuung. Aktiv geworden sei er aber auch, so Hellmich, bei Themen wie dem Ausbau der B 55 und der Zukunft ehemaliger militärisch genutzter Anlagen wie der Kasernen in Soest und der Wohnsiedlung Südost. - kim

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